Schmetterlinge züchten

Schmetterlinge züchten ist nicht ganz so leicht, denn Schmetterlinge und ihre Raupen sind zarte und zerbrechliche Wesen, die sehr spezielle Bedürfnisse haben, aber wenn Sie die folgenden Hinweise einmal sorgfältig durchlesen und beachten, dürfte es eigentlich gelingen!

Man braucht:

1. Wie geht man beim Spaziergang vor?

Im April und Mai legen die Schmetterlings-Weibchen grünlich-gelbe Eier auf der Unterseite der oberen Blätter der Brennnesselpflanze ab.

Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Raupen. Sie leben in Gespinstnestern mit den anderen Raupen. Solch ein Gespinstnest gilt es zu finden. Die Raupen sollten drei bis vier Millimeter groß sein.

Hat man Glück und unterwegs solch ein Gespinst gefunden, schneidet man am besten den Trieb der Brennnesselpflanze mit dem Gespinst ab und legt ihn in den Zuchtbehälter oder in ein Glas.

Vorsicht mit Wasser und Sonne!

Wichtig, falls man ein Glas nimmt: Es darf keine Feuchtigkeit entstehen und nicht in der direkten Sonne stehen, das wäre tödlich für die Raupen! Also am besten ein saugfähiges Haushaltspapier in das Glas legen und das Glas vor direkter Sonne schützen.

2. Was macht man zuhause mit dem Zweig?

Zuhause angelangt, stellt man den Brennnesselzweig sofort in ein Glas frisches Wasser. Hierbei unbedingt darauf achten, dass das Gefäß oben mit einem Stofflappen verstopft wird, damit die kleinen Raupen nicht hineinfallen und ertrinken.

3. Wie füttert man die Raupen?

Die kleinen Raupen brauchen viel Futter und fressen nur die Pflanze, auf der sie gefunden wurden, also in unserem Fall Brennnesseln. Anfangs reicht ein Zweig ein paar Tage lang, später muss man täglich füttern. Dazu schneidet man einen neuen Zweig ab, stellt ihn in ein verstopftes Glas, wie beim ersten Zweig. Vorsicht: Niemals feuchte oder nasse Brennnessel füttern. Das bedeutet Infektionsgefahr.

Das Glas mit dem frischen Zweig stellt man immer so nah an das alte, dass sich die Zweige berühren und die Raupen hinüberwechseln können. Beim Wechseln der Zweige sollte man darauf achten, ob Raupen hinübergekrochen sind, sonst kann man nachhelfen.

Dazu sie vorsichtig auf ein Stück Papier streifen und auf der frischen Brennnessel wieder absetzen. Wenn man die Zweige wechselt, sollte man auch immer das Küchenpapier am Boden des Behälters austauschen.

4. Wie geht das, wenn die Raupe sich häutet?

Nach fünf bis acht Tagen sind die Raupen erstmal satt und das Kleid wird zu eng. Nun spinnt sich die Raupe auf der Unterlage ein Polster, auf dem sie sich mit Saugnäpfen festhält. Danach ruhen sie ein bis drei Tage. In dieser Zeit eine wächst eine neue Haut. Das sieht man erst, wenn die alte Haut hinter der Kopfkapsel reißt und die Raupe heraus kriecht. Die neue Haut wird hart und weiter geht es mit dem Fressen! Dieser ganze Vorgang wiederholt sich vier- bis fünfmal.

5. Woran sieht man, ob die Raupe frisch gehäutet ist?

Frisch gehäutete Raupen erkennt man an der im Verhältnis zum Körper großen Kopfkapsel. Steht die Häutung noch bevor ist die Kopfkapsel klein.

6. Wie erkennt man die Verpuppung?

Wenn die Raupen plötzlich alle verschwunden sind, braucht man nur an die Decke des Zuchtkasten sehen: Dort hängen sie alle an einem feinen Seidenfaden festgesponnen mit dem Kopf nach unten. Sie warten auf die letzte Häutung, mit der sie zur Puppe werden.

Die braun-grünliche Puppe ist mit einer Goldschicht überzogen. Genau betrachtet kann man die Konturen des Schmetterlings schon erkennen: Kopf, Augen, Rüssel, Beine und Flügel wölben sich nach außen.

Für zehn bis 14 Tage bleibt die Puppe nun unbeweglich hängen. In dieser Zeit darf man die Puppe nicht berühren, denn jetzt verwandelt sich die Raupe in einen Schmetterling.

7. Bitte nicht stören!

Wenn die Puppenhülle aufbricht, schlüpft ein kleines Wesen heraus. Es klettert zur Decke und ruht sich erst einmal aus. Dann beginnt die Entfaltung. Hier heißt es, Geduld haben und nicht stören, sonst fallen die Schmetterlinge herunter und verletzen sich. Die Entfaltung kann ein bis zwei Stunden dauern, denn es wird erst langsam Körperflüssigkeit in die feinen Adern des Flügels getrieben. Kurz vor dem Abflug scheidet der Schmetterling eine rote Flüssigkeit aus. Keine Angst, das ist normal.

Nun kann man das Fenster öffnen und die Schmetterlinge fliegen lassen!

8. Was tun mit zu früh geschlüpften oder verletzten Schmetterlingen?

Diese Schmetterlinge sollte man noch weiter füttern. Dazu benutzt man ein Einmachglas, das am Boden mit Watte bedeckt ist. Die Watte mit Honigwasser voll saugen lassen. Dabei ein Teil Honig auf 5 Teile Wasser mischen. Den Schmetterling darauf setzen. Wenn er sich beruhigt hat, wird er langsam saugen. Hier braucht man Geduld, denn Schmetterlinge sind lange nicht so gefräßig wie Raupen!

Bleiben dennoch Schmetterlinge zurück, weil sie flugunfähig sind, setzt man sie auf schöne Blumen und übergibt sie dem Schmetterlingshimmel.

9. Wie fasse ich einen Schmetterling an?

Die Flügel sollte man nicht berühren! Deshalb: Vorsichtig und langsam dem Tier nähern, von vorne langsam die Flügelwurzeln links und rechts mit Daumen und Zeigefinger leicht zusammendrücken, sodass sich die Flügel nach oben zusammenfalten können. Auch ohne den Flügelstaub können die Schmetterlinge weiterleben.

Falls man selbst keine Schmetterlingseier findet, kann man beim BUND, Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin, ein Schmetterlingszucht-Set bestellen.

Und nun wünscht Ihnen das Team von Spiel und Zukunft:

Viel Erfolg!

Besuchen Sie uns auch auf facebook

Unsere Partner

Ostheimer Schaeferlogo xsOstheimer Holzspielzeug

 

 

 

nicNEUnic Spiel + Art
Walter Kraul

 

 

 

AHS-Spielzeug
Lautenbach e.V.

Händler-Login



Newsletter

Name

Email

Allgemeine Nutzungsbedingungen

Unser Newsletter wird 1x monatlich verschickt und ist jederzeit leicht abbestellbar.

Stufenbaukasten.jpg