Stark und selbstbewusst: So entdeckt Ihr Kind sich und andere

Selbstbewusst durchs Leben gehen. Souverän und gelassen bleiben, auch wenn’s mal nicht so gut läuft. Sich in andere hinein versetzen und Teamgeist entwickeln: Dies sind Eigenschaften, auf die es heute mehr denn je ankommt. Wie Eltern das Selbstvertrauen und die Sozialkompetenz ihres Kindes stärken können...

Lina, fünf Jahre, sitzt am Küchentisch und schält Kartoffeln. Sie ist ganz vertieft in ihre Arbeit. Es dauert lange, aber ihre Mama drängt nicht zur Eile. Im Gegenteil. Lina darf die Kartoffeln auch noch waschen, Wasser in den Kochtopf füllen, Salz hinein geben, den Deckel auf den Topf legen und die Herdplatte einschalten. Die Geduld der Mutter zahlt sich aus. Denn Lina erzählt dem Papa am Mittagstisch stolz: „Die Kartoffeln hab ich gekocht!“

In den ersten Lebensjahren lernen Kinder durch aktives Tun. Alle Sinne sind dabei beteiligt. Lina fühlt den Unterschied zwischen einer geschälten und einer ungeschälten Kartoffel. Sie macht die Erfahrung, dass sie sich im rohen Zustand schwerer schneiden lässt als im gekochten und dass die rohe Kartoffel hart, die gekochte hingegen weich ist. Sie beobachtet, wie es im Kochtopf brodelt und der Dampf durch einen Spalt zwischen Topf und Deckel entweicht. Und dass nur noch wenig Wasser im Topf ist, wenn die Kartoffeln gar sind.

Selbstbewusstsein ohne Ellenbogen

Kinder brauchen solche Erfolgserlebnisse. Sie sind ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Und sie brauchen dabei Eltern, die sie  alles Mögliche ausprobieren lassen. Hüten Sie sich aber bitte davor, Ihrem Kind zuviel zuzumuten oder ihm etwas aufzudrängen. Kinder lernen nämlich nur dann Selbständigkeit, wenn sie eigene Erfahrungen machen dürfen. Nehmen Sie Ihrem Kind bitte auch keine Aufgaben ab, die es – zwar nicht so perfekt wie Sie, aber immerhin – selbst erledigen kann. Denn nur wenn Sie ihm etwas zutrauen, fasst es Vertrauen in seine Fähigkeiten. Es ist dann auch bereit, Herausforderungen anzunehmen und bei Schwierigkeiten nicht gleich aufzugeben. Selbstbewusstsein hat übrigens, wie viele glauben, nichts mit Ellenbogen und Durchsetzungsvermögen zu tun. Kleine Spielplatz-Rambos bekommen vielleicht den besten Platz im Sandkasten oder sausen öfter die super Rutsche hinunter als andere. Aber Freunde gewinnen sie so nicht. Also bleiben sie auf Dauer alleine. Und das macht unzufrieden. Die Folge: Es wird noch mehr gedrängelt und geschubst. Ein richtiger Teufelskreis also.

Die sechs Säulen der Ich-Stärke

So können Eltern ihrem Kind helfen, Selbstvertrauen zu gewinnen:

1. Grenzen setzen

Kinder brauchen Halt und Grenzen. Sie geben ihnen einen Rahmen, an dem sie sich orientieren können. Dazu gehören klare Anweisungen, etwa: „Bitte, räum jetzt dein Zimmer auf!“ Oder: „Ich möchte, dass du dich jetzt anziehst.“ Sie geben Ihrem Kind so eine gewisse Struktur auf und helfen ihm, sich besser in seiner Alltagswelt zurechtzufinden.

2. Eine klare Sprache

Gehen Sie auf Augenhöhe zu Ihrem Kind. Sprechen Sie deutlich, und reden Sie nicht um den heißen Brei herum. Lassen Sie Ihr Kind ausreden und hören Sie ihm interessiert zu, wenn es etwas erzählt.

Merken Sie sich Einzelheiten, an die Sie beim nächsten Gespräch anknüpfen können, etwa: „Hast du heute mit Tim an deiner super Autobahn weiter gebaut?“ Ihr Kind spürt so Ihr echtes Interesse. Das verleiht seinem Selbstbewusstsein Flügel.

3. Realistische Ziele

Vergleichen Sie Ihr Kind nie mit anderen. Es darf so sein, wie es ist. Bestärken Sie es in seinen Fähigkeiten und Interessen. Und helfen Sie ihm, realistische Ziele zu erreichen. Kinder wachsen über sich selbst hinaus, wenn Große sich für ihre Dinge interessieren. Sie können Ihrem Kind keinen größeren Gefallen tun, als ihm beim Bauen seiner Ritterburg zuzuschauen oder ihm beim Klimpern auf dem Klavier zuzuhören. Aber bitte kein Interesse heucheln. Kinder durchschauen so etwas schnell.

4. Probleme souverän lösen

Bei jeder Kleinigkeit aus der Haut fahren und das Rumpelstilzchen spielen? Kinder übernehmen solche Verhaltensweisen oft von ihren Eltern. Leben Sie vor, wie man Probleme souverän löst – ohne großes Lamentieren und mit der nötigen Selbstdisziplin.

Schon Kleine können lernen, dass man mit Aufgeregtheit nichts erreicht, sondern alles nur noch schlimmer macht.

5. Nicht aufgeben

Bei Missgeschicken gleich aufgeben? Davor sollten Sie Ihr Kind bewahren. Loben Sie es für Teilerfolge und ermutigen Sie es weiter zu machen. Erzählen Sie eigene Erlebnisse. Zum Beispiel, wie sehr sich Ihre Mama gefreut hatte, als Sie ihr damals ein neues Bild gemalt haben, nachdem über das erste Farbe gekippt war.

6. Verantwortung übernehmen

Helfen Sie Ihrem Kind, Verantwortung zu übernehmen. Es sollte schon von klein auf im Haushalt bestimmte Aufgaben erledigen und zum Beispiel auch für eine Pflanze oder ein Tier sorgen. Wenn ein Familienmitglied krank wird, könnte Ihr Kind ihm den Tee ans Bett bringen oder die Kissen aufschütteln. So lernen schon die Kleinen zuzupacken, wo es nötig ist.

Vom Ich zum Du und Wir

Ein Kind, das gelernt hat, seine eigenen Gefühle auszudrücken, kann auch seine Interessen vertreten und erhält alles in allem ein positives Bild von sich selbst. Es ist dann auch in der Lage, sich auf andere einzustellen und respektvoll mit ihnen umzugehen. Die meisten Kinder sind in der Regel kontaktfreudig. Es ist gut, wenn sie schon früh Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen machen. Sie lernen dabei, sich in andere hinein zu versetzen. Ein wichtiges Kommunikationsmittel ist dabei die Mimik des Gegenübers. Schon Babys können in den Gesichtern der Eltern lesen und dabei Freude oder Traurigkeit unterscheiden. Achten Sie im Umgang mit Ihrem Kind immer darauf, dass Ihre Worte und Ihr Gesichtsausdruck übereinstimmen. Wenn Sie stinkwütend auf Ihr Kind sind, passt dazu kein lächelndes Gesicht. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert.

Erfolgsrezepte der Kommunikation

So lernt Ihr Kind spielerisch, Gefühle zu erkennen und auszudrücken:

Schauen Sie öfter zusammen Bilderbücher an und sprechen Sie über die abgebildeten Menschen: Wer lacht, und wer sieht traurig aus? Warum freut sich das Kind auf dem Bild wohl? Und warum sieht der Junge auf dem anderen Bild so niedergeschlagen aus?

Kommentieren Sie öfter auch den Gesichtsausdruck Ihres Kindes, etwa: "Deine Augen strahlen heute so. Bestimmt freust du dich, weil die Oma kommt." Oder: "Du schaust so traurig. Ist es, weil der Papa heute erst spät heim kommt und er nicht mehr mit dir spielen kann?" Mit der Zeit lernt Ihr Kind, seine eigenen Gefühle in Worte zu fassen.

Wer freundlich und höflich bleibt, anderen zuhört und sie ausreden lässt, erleichtert den Umgang mit ihnen. Üben Sie spielerisch verschiedene Spielarten der Kommunikation ein. Beispiel: Im Theaterstück bittet Kasperle Seppel um einen Gefallen. Oder er entschuldigt sich oder gibt zu, dass er einen Fehler gemacht hat.

Auch über den Tellerrand sollten Kinder hin und wieder schauen. Der ältere Herr, den Sie öfter auf dem Gang zum Kindergarten treffen, mag etwas verwirrt sein. Aber er strahlt jedes Mal, wenn er Ihnen beiden begegnet. Bleiben Sie kurz bei ihm stehen und reden ein wenig mit ihm. Oder tauschen Sie sich mit der türkischen Nachbarin über die verschiedenen Sitten und Bräuche aus. Wenn Ihr Kind wissen möchte, warum die Bauarbeiter ein so tiefes Loch graben, ermuntern Sie es, die Männer selber zu fragen. Auf diese Weise wird die Neugier Ihres Kindes auf andere Menschen geweckt. Und ganz nebenbei übt es Toleranz ein – eine der wichtigsten Eigenschaften sozialer Kompetenz.

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