Fragealter - Was Kinder wissen wollen und welche Antworten sie brauchen

Warum ist der Himmel blau? Wie sieht es auf dem Mond aus? Warum platzen Seifenblasen? Ab drei Jahren fragen Kinder ihren Eltern Löcher in den Bauch. Sie suchen damit nach Orientierung in der Welt.

"Warum regnet es?“, fragt die dreijährige Silja. „Der Regen sorgt dafür, dass wir auf der Erde immer genug Wasser haben“, antwortet ihre Mama. „Warum brauchen wir Wasser?“ – „Weil sonst Menschen, Tiere und Pflanzen verdursten würden.“ – „Warum regnet es nicht Apfelsaft. Der schmeckt doch viel besser?“ – „Stell dir mal vor, wir müssten in Apfelsaft baden oder unsere Wäsche darin waschen? Alles würde kleben und nach Äpfeln riechen.“ „Die Mutter gießt ein wenig Apfelsaft über ein Tuch und lässt Silja daran schnuppern. Dann legt sie es auf die Fensterbank in die Sonne. Schon bald kommen Wespen zu Besuch und saugen mit ihren Rüsseln den Apfelsaft auf.

Silja lacht und fragt: „Kommen die Wespen auch auf mein T-Shirt, wenn wir es mit Apfelsaft waschen?“ „Ja, bestimmt“, meint die Mutter. Silja folgert richtig: „Wir waschen das T-Shirt doch besser mit Wasser. Dann riecht es nicht nach Apfelsaft.“

Kinder suchen nach Orientierung

Dass Drei- bis Sechsjährige ihre Eltern täglich mit Fragen wie diesen löchern, ist ein gutes Zeichen. Denn die Welt steckt für die Kleinen voller Rätsel. Schon im ersten Lebensjahr sind sie neugierig und möchten alles genau erkunden und erforschen. Das Baby greift nach einem Spielzeug, betastet es, steckt es in den Mund. Einige Monate später ist „Fallen lassen“ sein Lieblingsspiel. Der Bauklotz, den es gerade noch festgehalten hat, landet mit einem lauten Klack auf dem Fußboden. Die Kleinen machen das nicht etwa, um Mama und Papa zu ärgern. Sie gewinnen bei diesem Spiel die wichtige Erkenntnis: „Was ich loslasse, fällt auf den Boden, ist aber trotzdem noch da.“ Später begreifen die Kleinen: „Der Teddybär ist nicht für immer fort – auch wenn ich ihn nicht mehr sehen kann. Bestimmt liegt er unter dem Kissen. Denn da hat die Mama ihn gestern auch versteckt. Und ich habe ihn gesucht.“ Mit zunehmender Sprachentwicklung geht das Kind den Dingen immer mehr auf den Grund. „Kinder suchen nach Orientierung im Leben. Sie wollen wissen, wer sie sind und stellen existentielle Fragen“, sagt Evi Witt-Kruse. Die Diplom-Sozialpädagogin ist Projektleiterin der Akademie „Kinder philosophieren“ im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V. Das Modellprojekt begleitet bis zum Jahre 2009 bayerische Kindertagesstätten, Grund- und Hauptschulen. Darüber hinaus bildet die Akademie bundesweit pädagogische Fachkräfte, aber auch interessierte Eltern aus.

Die Kleinen sind noch frei im Denken

„Es ist so wichtig, mit Kindern über das Leben in der Welt zu reden, mit ihnen zu staunen, Fragen zu stellen oder einfach auch mal nur herum zu spinnen“, erklärt Evi Witt-Kruse. „Die Kleinen sind noch frei in ihrem Denken. Um diese Freiheit zu erhalten, gilt es, ihren Wissensdrang ernst zu nehmen und sie auf der Suche nach Antworten zu begleiten.“ Kinder sind in der Tat kleine Philosophen, bei denen Mütter und Väter durchaus in die Schule gehen können. „Kinder können im Gegensatz zu Erwachsenen noch unbekümmert Fragen stellen. Sie helfen ihren Eltern damit, sich den grundsätzlichen Dingen des Lebens neu zu stellen und auch mal hinter die Ecke zu schauen. Mütter und Väter sollten sich da von ihren Kindern an die Hand nehmen und führen lassen“, meint Evi Witt-Kruse. Eltern fehlt es allerdings zuweilen an Geduld, auf die Fragen der Kinder einzugehen. Oft steckt auch Unsicherheit dahinter, keine passende Antwort parat zu haben. „Keine Sorge, für das Kind kommt es gar nicht so sehr darauf an, wie seine Fragen beantwortet werden“, sagt Evi Witt-Kruse. „Viel wichtiger ist es, dass Mütter und Väter überhaupt auf die Fragen ihres Kindes reagieren.“

 

FragendesMaedchen

Foto: iStockphoto.com/Th. Perkins

 

Eine wichtige Vertrauensbasis

Ganz wichtig: Die munteren Frage-Antwort-Spiele zwischen Eltern und Kind schaffen eine Vertrauensbasis, die für die Zukunft tragfähig ist. Kinder, deren Fragen nicht unbeantwortet bleiben, suchen auch in der Pubertät den Dialog mit den Eltern. „Es ist nicht tragisch, wenn Eltern mal eine Antwort schuldig bleiben und zugeben, dass sie etwas nicht wissen“, beruhigt Evi Witt-Kruse. Sie rät Eltern, ihr Kind öfter mal zu fragen: „Was meinst du denn? Warum ist das so?“ „Eltern können auf diese Weise in Sachen Kreativität und Fantasie eine Menge von den Kindern lernen“, meint die Sozialpädagogin. Wichtig ist es, die Fragen des Kindes ernst zu nehmen – ohne den Anspruch, alles wissenschaftlich exakt zu erklären. Das erwarten die Kleinen auch gar nicht. Auf die Frage, warum die Sonne scheint, müssen Mütter und Väter ihrem dreijährigen Kind keinen Vortrag über Himmelskunde halten. Es reicht zu sagen: „Damit es hell und warm genug ist. Sonst müssten wir frieren oder könnten uns nicht sehen. Und die Blumen würden nicht blühen. Denn sie brauchen das Sonnenlicht.“

Mehr Informationen erhalten interessierte Eltern und pädagogische Fachkräfte im Internet unter: www.kinder-philosophieren.de

Einen guten Buchtipp zum Thema "Fragealter" finden Sie in unserenBuchtipps zur Serie "Was Kinder brauchen" !

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