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Mini-Impuls: Was kann ich tun, wenn ...

In dieser Reihe geht es um kurze Antworten auf typische Fragen, die viele Eltern im familiären Alltag beschäftigen. Meistens tauchen diese Fragen auf, wenn es schwierig wird. In zwischenmenschlichen Beziehungen gibt es aus meiner Sicht eigentlich keine schnellen Lösungen. Methoden werden der Komplexität unseres Miteinanders und uns Menschen als feinfühligen Wesen oft nicht gerecht. Veraltete pädagogische Patentrezepte wirken zwar häufig kurzfristig, richten jedoch mittelfristig häufig Schaden auf der Beziehungsebene an oder wirken der Entwicklung des Kindes unbeabsichtigt entgegen. Die Antworten in dieser Reihe zielen nicht auf eine reine Verhaltensänderung des Kindes ab. Es geht vielmehr darum, das Kind verstehen zu lernen und auf die dem Verhalten zugrunde liegenden Ursachen zu reagieren. In der Regel verändert das Kind das Verhalten dann ganz von selbst.


Wenn Kinder wollen, dass ihre Eltern etwas für sie tun, das sie eigentlich schon selbständig tun können, reagieren Eltern des Öfteren verständnislos. „Das kannst du doch schon selbst“ oder „Ich bin doch nicht dein Diener“ -  so oder so ähnlich klingen ihre Antworten und sie kommen der Bitte/Aufforderung der Kinder nicht nach. Das geschieht häufig aus der elterlichen Sorge heraus, dass die Kinder sonst niemals selbständig werden oder immer erwarten, dass andere Dinge für sie erledigen, die sie selbst erledigen könnten.

Doch auch Erwachsene genießen, wenn ihnen hin und wieder etwas abgenommen wird oder wenn jemand etwas für sie erledigt, das sie natürlich auch selbst hätten tun können. Und auch Kinder genießen das und tanken über solche helfenden Handlungen Zuneigung. Sie lassen sich in diesen Momenten verwöhnen und spüren dadurch „Ich bin dir wichtig, du tust etwas für mich“. Eltern dürfen also natürlich nach Herzenslust ihren Kindern abnehmen, was diese schon selbst könnten. Ist es gerade nicht möglich, weil die Eltern es nicht abnehmen können oder wollen, müssen die Kinder es selbst erledigen. Denn das bedeutet selbstverständlich nicht, dass den Kindern alles abgenommen werden soll, und manchmal sind eben auch unangenehme Dinge zu erledigen, zu unpassenden Zeiten. Kinder wollen auch gar nicht, dass ihnen alles abgenommen wird; Kinder streben ganz natürlich und von sich aus nach Autonomie, Selbstbestimmung und selber machen! Wenn sie danach fragen „Kannst du meinen Rucksack tragen?“, „…mir die Schuhe binden?“, „…etwas zu trinken für mich holen?“ sind sie vermutlich gerade erschöpft, der Akku ist leer, es ist gerade ein bisschen viel und es tut einfach gut, etwas abgeben zu können.


Eine liebevolle Antwort, die miteinbezieht, dass die Eltern wissen, dass das Kind das schon selbst kann ist: „Ahhh, ich verstehe. Du möchtest dich gerne ein kleines bisschen verwöhnen lassen. Na klar mach ich das, komm her“. Sie werden sehen, wie gerne die Kinder auch weitergeben, was sie in diesen verbindenden Momenten von ihren Eltern vorgelebt bekommen.

 

Viel Freude beim Verwöhnen

 

 Hanna Articus

 
Das Online-Portal für Eltern

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