Höflichkeit - So finden Kinder den richtigen Ton

Der Ton macht die Musik im Umgang miteinander. Ein paar Grundlagen der Höflichkeit sollten deshalb schon die Kleinsten kennen lernen.

Im Kinderzimmer geht es hoch her. Finn, sieben Jahre, motzt seinen fünfjährigen Bruder Lars an: „Hau ab! Du nervst!“ Finn konzentriert sich nämlich gerade auf die Noten eines Liedes, das er morgen bei der Schulfeier auf der Blockflöte spielen soll. Lars versteht nicht, warum sein großer Bruder sauer ist. Weinend läuft er zur Mama und beschwert sich. Natürlich macht die Mutter ihrem Ältesten keine Vorwürfe. Aber sie erklärt ihm, was sich zwischen den beiden Brüdern abgespielt hat. Und sie gibt Finn gleichzeitig einen guten Tipp, wie er sich künftig in ähnlichen Situationen verhalten könnte: „Stell dir einmal vor: Ich bin gerade mit einer wichtigen Arbeit beschäftigt, die schnell erledigt werden muss. Du kommst zu mir und bittest mich um etwas. Aber du kannst ja nicht wissen, dass meine Arbeit drängt. Bestimmt wärst du traurig, wenn ich dann losschimpfen wurde: 'Hau ab! Du nervst!’ Lars war eben auch traurig. Denn er wusste ja nicht, dass du dich gerade sehr aufs Flöten konzentrieren musstest. Eine Erklärung wäre besser gewesen, zum Beispiel: 'Ich möchte nicht gestört werden. Denn ich muss noch das Lied üben. Wenn ich fertig bin, komme ich zu dir.’“

Höflichkeit gibt Sicherheit

Was für Erwachsene gilt, trifft auch auf den Umgang von Kindern untereinander zu: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Eine gute Kommunikation ist aber keinem Kind in die Wiege gelegt worden. Um die Spielregeln der Höflichkeit zu beherrschen, brauchen Kinder ständiges Training. Eltern sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und mit sich selbst und den Kindern ebenso respektvoll umgehen wie mit Freunden, Verwandten, Bekannten, Nachbarn und Kollegen. Höflichkeit macht das Miteinander leichter. Es gibt kleinen und großen Leuten Sicherheit. Wer nämlich höflich ist, erwirbt sich Sympathien bei anderen. Ein Kind, das gelernt hat, gut mit anderen Menschen auszukommen, spürt deren Reaktionen auf sein Verhalten: die Freude von Tante und Onkel über die freundliche Begrüßung oder das dankbare Lächeln eines anderen Kindes, dem es auch mal sein Spielzeug überlässt. Das Gefühl, gemocht und akzeptiert zu werden, macht auf Dauer selbstbewusst und souverän.

Wichtig: Respekt anderen gegenüber

Schon die Kleinsten üben spielerisch höflichen Umgang miteinander ein, etwa beim beliebten „Bitte-Danke-Spiel“, wenn sie ein Spielzeug hin- und herreichen. Die Kleinen lernen sehr bald, diese Wörter auszusprechen. Und auch im Kaufladen spielen sie ihre Rollen als Verkäufer und Kunde perfekt: „Kann ich bitte Reis und Nudeln haben?“ „Bitte sehr! Macht einen Euro.“ Doch Höflichkeit beschränkt sich nicht allein auf Worte. Wichtig sind ein freundlicher Grundton und Respekt anderen gegenüber. Wenn ein Kind um etwas bittet oder sich bedankt, zeigt es, dass es die Hilfsbereitschaft des anderen zu schätzen weiß. Diese innere Haltung gewinnt es aber nicht von allein.

Wie Eltern ihrem Kind helfen können:

Freundlich Grüßen

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Freundliches Grüßen, Begrüßen und Verabschieden sollten selbstverständlich sein. Aber machen Sie Ihrem Kind keinen Vorwurf, wenn es diese Höflichkeitsregeln nicht immer übernimmt. Schüchterne Kinder sind damit nämlich zuweilen überfordert. Rollenspiele helfen dem Kind, diese Hürde allmählich zu überwinden.

Sich entschuldigen

Wichtig ist auch, sich entschuldigen zu können. Wenn Sie Ihrem Kind Unrecht getan haben oder es unter Ihrer Nervosität und schlechten Laune leiden musste, sollten Sie zugeben, dass dies nicht in Ordnung war und dass es Ihnen Leid tut. Aber auch Ihr Kind muss lernen sich zu entschuldigen, etwa: wenn es zu Ihnen oder zu jemand anderem grob und unhöflich war; wenn es jemanden aus Versehen angerempelt hat; nach einem Streit mit seinem besten Freund.

Richtig telefonieren

Gut ist auch, wenn Ihr Kind beim Telefonieren gewisse Höflichkeitsregeln beherrscht. Es sollte deutlich sprechen, sich mit seinem Vor- und Nachnamen melden, den Gruß erwidern und sich beim Beenden des Gesprächs verabschieden. Schon Drei- bis Vierjährige können folgenden Satz lernen: „Einen kleinen Moment bitte, ich rufe meine Mama.“ Richtiges Telefonieren lässt sich sehr gut im Rollenspiel einüben.

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