Anders sein - Toleranz üben

Multiethnisch_Rollstuhl

„Mama, warum sitzt der Junge in einem Stuhl mit Rädern?“ Aufgeregt bleibt Fini (3) stehen, zerrt an Mamas Hand und starrt den Jungen an der Ampel unverhohlen an, der versucht, mit seinem Rollstuhl die Bordsteinkante zu überwinden. Es ist das erste Mal in Finis Leben, dass sie einem Rollstuhlfahrer wahrnimmt. „Kann ich helfen?“, fragt Finis Mutter den Jungen, „oder machst Du das lieber alleine?“

Der Junge kann nicht laufen, klärt sie ihre Tochter später auf, und hat deshalb einen Rollstuhl als Hilfe. Weil Finis Mutter keine Berührungsängste hat, wird auch Fini später Menschen, die „anders“ sind, leichter begegnen können.

Warum hat die Frau so dunkle Haut, warum hinkt der Junge, wieso wackelt der Mann mit dem Kopf, und weshalb reden die Nachbarn so laut? Wenn Kinder die Welt entdecken, fallen ihnen natürlich auch Menschen auf, die auf den ersten Blick anders sind als die gewohnten Menschen in ihrem Umfeld, die beispielsweise anders aussehen oder sich anders benehmen. Kinder stellen dies zunächst einmal fest, ohne diese Tatsache zu bewerten.

Kinder nehmen die Welt an, wie sie ist

Genau das ist es, was wir an Kindern schätzen und lieben. Sie sind unvoreingenommen und nehmen alles und jeden an, wie er ist.

Das heißt aber nicht, dass sie keine Fragen haben. Im Gegenteil, sie finden die ganze Welt  interessant. Deshalb wollen sie den Dingen auch auf den Grund gehen. Nun ist es an den Erwachsenen, die Fragen der Kinder so zu beantworten, dass sie ihre natürliche Neugier befriedigen können, ohne sich schuldig fühlen zu müssen.

Downsyndrom

Kinderfragen sind nicht peinlich

Wenn Erwachsene peinlich berührt sind, wenn sie auf in ihren Augen ungewöhnlich aussehende oder sich ungewöhnlich benehmende Menschen treffen, ihre Kinder unauffällig wegziehen oder mit einem unterdrückten „Pssst!“ ermahnen, nicht nachzufragen, merken die Kinder, dass etwas nicht zu stimmen scheint, ohne verstehen zu können, worum es sich eigentlich handelt. Aus den Reaktionen erspüren sie die Unsicherheit, sie wagen es nicht, nachzufragen, und glauben, etwas Verbotenes ausgesprochen zu haben. Aus dem diffusen Gefühl heraus, etwas „falsch“ gemacht zu haben, reagieren sie dann später mit Unsicherheit, manchmal mit Aggression auf Menschen, die anders sind. Da wird dann schon mal gegen den Rollstuhl getreten oder ein Kind, das anders ist, gehänselt.

In unserer Gesellschaft ist es leider noch immer nicht „normal“, anders sein zu können oder zu dürfen. Je unaufgeregter Erwachsene also mit Menschen umgehen, die anders sind, desto leichter machen sie den Kindern einen souveränen, entspannten Umgang mit anderen Menschen, und erziehen sie so zu Toleranz. Wenn Kinder allerdings Grenzen überschreiten und Menschen abwerten, die offensichtlich ein Handicap haben oder einfach anders aussehen, sollte man natürlich eingreifen. Ein einfaches und ruhiges "So reden wir in unserer Familie nicht über Menschen, auch wenn sie anders sind" genügt, um meistens Kindern die Grenze zu verdeutlichen.

Tipp:
Wenn Eltern Kinder einladen, die anders sind und spezielle Bedürfnisse haben, sollte kein besonderes Aufheben um sie gemacht werden. Wichtig ist, dass für die Gäste die gleichen Spielregeln und Umgangsformen Anwendung finden. Ruhig und besonnen sollte man die Spiele daran anpassen, was die Kinder schon können. Das sollte sowieso immer und für alle Kinder gelten!
Manche haben Angst, sich mit verbundenen Augen zu bewegen, sie dürfen die Augen beim „Blinde Kuh“-Spiel einfach schließen. Topfschlagen kann man auch vom Rollstuhl aus, wenn der Topf auf dem Couchtisch steht. Und ein Kind, dessen Konzentrationsfähigkeit nicht ausgeprägt ist, kann trotzdem gut Verstecken spielen. Jedes Kind hat Stärken und Schwächen, manche sind einfach sichtbarer ausgeprägt.

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