Barbara Reik: Mehr Freude an der Bewegung - Tai Chi für Kinder

B_1433xs„Freude an der Bewegung wecken, das Miteinander stärken und ein gesundes Körperbewusstsein entwickeln“: Ein Gespräch mit der Tai Chi-Lehrerin und Wellness-Trainerin Barbara Reik, Autorin des Buches „Tai Chi für Kinder“, über Tai Chi und seine Einsatzmöglichkeiten bei Kindern.

altWoher stammt Tai Chi, was muss man sich darunter vorstellen?

Reik: Tai Chi kommt aus dem alten China. Genau genommen heißt es „Tai Chi Chuan“ und wird im Westen häufig als „Schattenboxen“ bezeichnet. Obwohl diese Bezeichnung recht gut beschreibt, worum es geht, mag ich sie nicht so sehr. Sie klingt mir zu kämpferisch.  Natürlich ist Tai Chi vom Ursprung her eine Selbstverteidigungsform, nur: Heute kämpfen die Tai Chi-Übenden nicht gegen böse Menschen, sondern gegen zu viel Stress. Sie suchen auf diesem Weg nach mehr Ausgeglichenheit, Ruhe und Harmonie. Durch langsame, ruhige, fließende Bewegungsabläufe führt Tai Chi den Menschen über das Finden der körperlichen Mitte zu sich selbst. Ich möchte dazu ein altes deutsches Sprichwort zitieren: „Wer in sich selbst ruht, steht gut.“

In Ihrem Buch „Tai Chi für Kinder“ stellen Sie Spiele und Übungen für Kinder der Vorschule und der ersten Grundschulklassen vor. Verfügen unsere Kleinen nicht schon über gesundes Körperbewusstsein und natürliche Bewegung?

Reik: Ich freue mich immer wieder, wenn ich in meinen Kursen Kinder habe, die sich natürlich bewegen und über ein gesundes Körperbewusstsein verfügen, aber leider sind diese in der Minderheit. Viele Kinder haben keine Lust, sich zu bewegen, und verfügen deshalb auch häufig nicht über die körperliche Fitness, die für Spiel und Sport notwendig ist.  Mit meinen Spielen und Übungen soll die Freude an der Bewegung geweckt, das Miteinander gestärkt und ein gesundes Körperbewusstsein entwickelt werden.

Wie genau führen Sie Kinder an Tai Chi heran?

Reik: Ein Tai Chi-Satz heißt: „Der Weg ist das Ziel.“ Deshalb sollen Kinder mit Freude und spielerisch in die Materie eingeführt werden. Ich versuche, ohne Zwang zu unterrichten. Das setzt aber voraus, dass die Kinder sich gegenseitig respektieren. Auf dieser Grundlage lässt sich viel bewegen.In meinem Buch zeige ich verschiedene Ansatzpunkte auf. Das ist auch notwendig, denn „die Kinder“ gibt es nicht. Manche sind leise, andere laut, die einen verträumt, die anderen lebhaft; für jedes Kind – ob mutig oder ängstlich, sportlich oder verspielt – gibt es einen Weg. Der eine führt über Geschichten, der andere über Basteleien, ein dritter über Spiele; ein anderer Weg beginnt wie eine Sportstunde gleich mit der Übung. Für Eltern ist es nun einfach, den richtigen Weg einzuschlagen. Im Kindergarten, im Verein und in der Schule ist das schon schwieriger. Aber die Erfahrung zeigt, dass Kinder bereits früh selbst bestimmen, welcher Weg für sie richtig ist; sie geben die Richtung an, die sie gehen möchten. Eltern, Lehrer oder Erzieher werden schnell feststellen, dass sich in diesem Buch Übungen mit Phantasie, Spiele mit Basteleien und Geschichten mit Übungen verbinden lassen. Welchen Weg sie auch wählen, jeder führt zum Tai Chi. Hauptsache ist, dass er Spaß macht und den Fähigkeiten der Kinder gerecht wird.

altWelche Erfahrungen haben Sie in Ihren Tai Chi- und Qi Gong-Kursen mit Kindern gemacht?

Reik: Im Allgemeinen konnte ich immer eine Verbesserung der Konzentration und der Koordination feststellen. Wenn ich die Kinder über längere Zeit unterrichten konnte, sah ich ebenfalls Verbesserungen in der allgemeinen Motorik und im Lernverhalten.Sehr zur Freude der Lehrer verbessert sich oft auch das Klassengefüge. Genau aus diesem Grund wollte eine Eislinger Grundschullehrerin Tai Chi in ihrer 2. Klasse durchführen. Und ihre Wünsche ließen sich realisieren. Die Kinder gingen respektvoller miteinander um, die Klasse wurde zur Einheit. In einer Hauptschule, in der ich Tai Chi in der Nachmittagsbetreuung anbiete, wunderten sich die Lehrer über die Verbesserung der Koordination und über den Wunsch der Schüler, Entspannungs- und Ruhe-Übungen durchführen zu wollen.Besonders erfreuliche Rückmeldungen bekam ich aus einem Kindergarten, in dem die Erzieherin mit den Vorschulkindern regelmäßig Tai Chi macht. Sie beschreibt „Problem-Kinder“ als zugänglicher und kommunikativer; alle Kinder seien kreativer und interessierter.

An wen richtet sich Ihr Buch? Was wünschen Sie sich für unsere Kinder?

Reik: Ich möchte alle ansprechen, die mit Kindern zu tun haben – egal ob in der Schule, im Verein, im Kindergarten oder zu Hause. Dieses Buch kann zum Beispiel Müttern bei Kindergeburtstagen hilfreich sein. Ich weiß aber auch von Vätern und Großmüttern, die abends mit ihren kleinen Kindern vor dem Zubettgehen Tai Chi durchführen und Geschichten aus dem Buch erzählen.Für Lehrer ist dieses Buch eine Hilfestellung, mit der bereits früh zielgerichtet Koordinations-, Konzentrations- und Bewegungsmängel ausgeglichen werden können. Die Spiele sorgen für Abwechslung im Unterricht, die Übungen und Geschichten vermitteln Ruhe. Diese Aspekte gelten auch für Übungsleiter in den Vereinen und Erzieherinnen im Kindergarten.Für die Kinder wünsche ich mir das, was ich bei den Kindern in meinen Kursen sehe: leuchtende Augen, Freude an der Bewegung, am Erspüren der eigenen Körperlichkeit, das Experimentieren mit dem Körper als Bewegungsapparat und nicht zuletzt das Erleben eigener Phantasie.

Frau Reik, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.taichi-reik.de

Die Rechte für das Interview liegen beim Mankau Verlag, Postfach 13 22, D-82413 Murnau a. Staffelsee, Tel. (0 88 41) 62 77 69-0, Fax -6, E-Post: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

 

Unser Buchtipp zum Thema:

Barbara Reik:

Tai Chi für Kinder

Mit Tiger und Bär zu mehr Körperbewusstsein, Bewegung und Ruhe

Mankau Verlag, 1. Aufl. 1. März 2007, 12,95 Euro 141 S. (Farbe), ISBN 978-3-938396-09-4

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