Einschulung und immer noch ein Zappelphilipp?

Hilfe, mein Kind kann nicht still sitzen!

altImmer mehr Kinder können sich nicht konzentrieren und nicht still sitzen. Gerade diesen Kindern fällt der Schulalltag sehr schwer. Hier ist es nicht leicht, Patentrezepte zu geben. Ein genaues Hinschauen ist erforderlich. Sprechen Sie mit der Lehrerin oder dem Lehrer und hören Sie aufmerksam zu.Sie müssen nicht gleich antworten, sondern können zu Hause über das Gehörte nachdenken. Überdenken sie den Tag Ihres Kindes: gibt es einen eigenen Rhythmus? Wie viele Termine hat das Kind? Hat es Freizeit?

Manchmal müssen bequeme Gewohnheiten aufgegeben werden, damit das Kind ruhiger werden kann.

Fernsehen und Computerspielen beispielsweise ist sicher nicht das Richtige für einen Erstklässler. Vieles, auf das Kinder dabei stoßen, ist, wenn es auch für Kinder gedacht und gemacht ist, nicht für sie geeignet. Auch, wenn sich ein Kind augenscheinlich vor dem Bildschirm gut amüsiert, warnen Entwicklungs-Psychologen und Erziehungsberater vor dem TV-Konsum im Kindesalter. Denn viele Inhalte und Bilder sind schlicht und ergreifend schlecht für das seelische Empfinden des Kindes. Sie können noch nicht verarbeitet werden. Kinder sitzen zwar ruhig vor dem Bildschirm, sind hinterher aber umso zappeligeroder ahben Schalfprobleme.

Außerdem wichtig: Gibt es einen festen Tagesrhythmus, auf den das Kind sich verlassen kann?

Bevor nicht all diese natürlichen Äußerlichkeiten betrachtet sind, sollte man Kindernicht vorschnell pathologisieren und zu Ärzten zu schleppen. Meist liegt der Punkt woanders!

altUlrike Barth ist Waldorflehrerin, Sonderpädagogin, Erwachsenenpädagogin und Lerntherapeutin (FiL). und arbeitet an einer Berliner Waldorfschule mit einem sonderpädagogischen Zweig. Für Spiel und Zukunft beantwortete Sie Fragen zum Thema "Unruhige Kinder".

SuZ: Was können Eltern tun, wenn Ihre Kinder unkonzentriert sind?

Barth: Konzentrationsschwierigkeiten können viele Ursachen haben. Zu viel Fernsehen, zu viele Hobbys und Aktivitäten neben der Schule können die Konzentrationsfähigkeit schwächen. Andere seelische Belastungen wie Streit in der Familie, Umzug des Lieblingsfreundes oder Tod eines Haustieres können Gründe dafür sein. Hier sollte man genau hören, was das Kind sagt. Hilfreich ist es in solchen Fällen, die Lehrer zu informieren, warum das Kind leidet. Denn Verständnis für seine Lage ist es, was ein Kind in solchen Momenten braucht.

SuZ: Mein Kind hat ADS, wie kommt es damit in der Schule klar?

Barth: Viele Kinder sind heutzutage unkonzentriert, nervös und hippelig. ADS ist eine Umschreibung für einen Zustand geworden. Viele Eltern sind einerseits geschockt, wenn ihr Kind mit ADS diagnostiziert wird, anderseits aber auch erleichtert, endlich eine Erklärung für das Verhalten zu haben.

ADS gilt allgemein als Krankheitsbild, auf das man medikamentös einwirken muss. Es gibt sicherlich kaum Eltern, die ihrem Kind bedenkenlos und leichtfertig Ritalin (oder anderes) verabreichen, zumal die Nebenwirkungen bekannt sindDoch viele wissen sich einfach nicht mehr anders zu helfen. Wichtig ist sich in gute medizinisch-diagnostische Hände zu begeben. In Berlin gibt es die SPZ oder auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie der DRK Kliniken oder einige wenige niedergelassene Ärzte, die sich ausgezeichnet auf Diagnose und Therapie von ADS/ADHS und die entsprechenden Komorbiditäten eingerichtet haben. Wenn Sie die Vermutung haben oder hören, Ihr Kind hätte eine Problematik in dieser Richtung, bitte erkundigen Sie sich sehr genau, an wen Sie sich wenden, da auf diesem Feld vieles nicht so läuft, wie es laufen könnte und sollte.

Eine medikamentöse Lösung alleine ist sowieso Unfug. Es muss immer in Kombination mit einem Elterntraining und einer Verhaltenstherapie des Kindes erfolgen. Von einer Pille allein werden keine Probleme gelöst. Wer das verspricht ist ein Scharlatan!

Wichtig ist jedoch, dass jedes Kind wirklich individuell mit allen Faktoren angesehen wird. Ein Label ist einem Kind schnell aufgedrückt, aber gelöst worden sind die Schwierigkeiten dadurch noch lange nicht. Auch Ritalin ist schnell verschrieben und wird leider manchmal von Ärzten verabreicht, die keine Ahnung von den diagnostischen Vorgängen haben, doch über die Spätfolgen wissen wir noch zu wenig. Auf jedem Fall sollte Ritalin nie ohne eine gleichzeitige Therapie oder Erziehungsberatung verschrieben werden, damit die Belange des Kindes wirklich im Auge bleiben und es nicht um ein pures "funktionstüchtig machen" des Kindes geht. Momentan werden noch weitere neue Medikamente angeboten, wie gesagt, schauen Sie genau und erkundigen Sie sich auch.

SuZ: Was sind die Alternativen zu solchen Medikamenten wie Ritalin?

Barth: 1. Es gibt Erziehungsberatungsstellen und Kinderpsychologen, die Ihnen helfen können, wenn Sie nicht mehr weiter wissen und die versuchen, mit therapeutischen Maßnahmen zu helfen. Dort sind teilweise auch Eltern-Kind-Projekte eingerichtet worden, wie in der Erziehungsberatungsstelle Berlin Charlottenburg.

2. Außerdem gibt es in fast jeder größeren Stadt mittlerweile einen klassischen homöopathischen Arzt, der sich Ihres Kindes annehmen kann und der Ihr Kind nicht als ADS-Fall unter vielen ADS-Fällen behandeln wird. Gerade bei Kindern wird die Homöopathie sehr erfolgreich angewandt und wirkt sehr gut. Dazu brauchen Sie allerdings einen sehr kompetenten Arzt. Wenn Sie nicht wissen, wohin Sie sich wenden sollen, hilft Ihnen der Zentralverein homöopathischer Ärzte oder die Gesellschaft zur Förderung naturgesetzlichen Heilens weiter.

Lesen Sie zu den Forschungen homöpathischer Mittel bei ADHS hier.

Für die betroffenen Eltern ist die Situation sehr schwierig und verwirrend. Wichtig ist, dass Sie versuchen auf Ihre innere Stimme zu hören, wenn es um das Wohl Ihres Kindes geht und dass Sie sich nicht durch Expertenrat verunsichern lassen. Hören Sie sich ruhig verschiedene Meinungen an, lesen Sie vielleicht das ein oder andere Buch zum Thema, verlassen Sie sich aber letztlich auf Ihren elterlichen Instinkt, welchen Weg Sie mit Ihrem Kind einschlagen wollen.

Empfehlenswerte Bücher zum Thema "Unruhige Kinder" finden Sie hier .

Lesen Sie auch den Artikel zum Thema "Unruhige Kinder und Medien".

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