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Lösungsvielfalt

Im familiären Alltag stehen Eltern mehrmals am Tag vor großen und kleinen Herausforderungen. Sie müssen Gefühle aushalten (ihre eigenen und die der Kinder), Dinge 143 mal wiederholen, viele Dinge von A nach B tragen und wieder zurück und vieles mehr.

Und dann gibt es zusätzlich Probleme (kleine und große), die gelöst werden müssen. Diese Probleme sind sehr vielfältig: das Kind will etwas oder es will etwas nicht. Die Eltern wollen etwas oder wollen etwas nicht. Etwas wurde vergessen, verloren, verschlampert, ging kaputt oder wurde kaputt gemacht. Zwei wollen das gleiche oder etwas sehr Unterschiedliches. Die Liste möglicher Schwierigkeiten ist lang, menschlich und bunt. Und genau das darf auch die Liste der Lösungen sein: lang, menschlich und bunt.

Denn oft erschweren sich viele Eltern und auch andere Menschen ihr Leben unnötig, wenn sie:

·         nur die eine Lösung wollen.

·         eine perfekte Lösung wollen.

·         sich zu jeder Lösung neue Probleme ausdenken.

Das bedeutet positiv ausgedrückt, dass es Lieblingslösungen geben darf, genauso wie zweit-liebste und dritt-liebste Lösungen. Es darf unperfekte Lösungen geben, solche bei denen die Eltern den Kindern entgegenkommen und andersrum. Lösungen sind mal anstrengend, ein anderes Mal machen es sich alle leicht. Am Dienstag sprechen alle gemeinsam ausführlich darüber, am Donnerstag entscheidet Papa kurz und schmerzvoll, am Samstag lässt sich die Mama nochmal umstimmen, weil die Argumente der Kinder für ihre Lösung wirklich gut sind.

 

 

Eltern sehnen sich häufig nach knackigen Patentlösungen, die ein für alle Male gelten. Doch in der Kindererziehung gibt es die leider nicht, weil die Begleitung der Kinder ins Leben eben mitten im Leben stattfindet und dieses komplexe menschliche Leben viel Flexibilität und Kreativität erfordert. Und auch hier lernen Kinder wieder vorrangig das, was ihre Eltern ihnen vorleben und nicht das, was sie sie verbal lehren. Wichtig ist also, dass Eltern selbst aus der stampfenden Kinderolle („Ich will das aber so und zwar jetzt sofort“) heraus und in die kreativ denkende Erwachsenenrolle hineinschlüpfen und Lösungen erfinden, sich ausdenken und sammeln was das Zeug hält. Eine Prise Humor ist dabei oft hilfreich, und wenn kein Konsens gefunden werden kann und jemand nicht die Lieblingslösung bekommen konnte, wirken traurig-sein-dürfen und liebevolles Verstehen wahre Wunder.

 

Für diesen leichteren Umgang mit Herausforderungen und Konflikten mit Kindern ist es notwendig, dass Eltern sich trauen, rigides richtig/falsch-Denken loszulassen und aufhören zu kämpfen. Dann entsteht Raum, um neugierig und offen verschiedene Sichtweisen kennen zu lernen, nebeneinander sein zu lassen und miteinander Lösungen zu entwickeln. Die Verantwortung liegt dabei immer bei den Eltern, sowohl für den Prozess als auch für die getroffenen Entscheidungen. Und trotzdem können Kinder in die Lösungsfindung wunderbar miteingebunden werden. Sie denken frei und leicht und haben wirklich gute Ideen. Zusammen können dann mögliche Folgen überlegt und abgewogen werden. Wenn Lösungen sich einmal als ungünstig herausstellen, ist auch das nicht schlimm. Solche Situationen laden ein zur Reflexion, und gemeinsam kann fürs nächste Mal eine Kursänderung oder Alternative überlegt werden.

Kinder lernen auf diese Weise, dass es leicht ist und sogar Freude machen kann, mit den kleinen und großen Herausforderungen des Lebens umzugehen. Und den familiären Alltag und die Beziehungen untereinander bereichert dieser Umgang mit Schwierigkeiten auch. Viel Freude beim Ausprobieren!

Hanna Articus

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