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Einfach da sein

Einfach da sein

 

Dein Baby ist satt, ausgeschlafen, frisch gewickelt, nicht überreizt und nah bei dir. Dennoch kann es sein, dass dein Baby weint. Herzzerreißend. Alles was dir als Grund für sein Weinen einfällt hast du beantwortet. Und dein Baby weint immer noch. Was du jetzt tun kannst ist atmen und einfach da sein. Vielleicht erzählt es dir von seinem Geburtserlebnis, vielleicht berichtet es dir von seinem Tag. Ganz sicher ist: Es teilt dir etwas mit. Und deine Aufgabe ist zuhören und trösten. Ihm signalisieren, dass du da bist, dass es nicht alleine ist, dass ihr das zusammen schaffen werdet und dass auch dies vorbei geht.

 

Dein Kleinkind weint, sein Bindungssystem ist aktiviert. Vielleicht zahnt es. Vielleicht hat es sich weh getan, vielleicht ist es in der Autonomiephase und du kannst keinen Grund für das Weinen zuordnen. Das Verhalten kommt dir zutiefst irrational vor. Auch dann gilt wieder: durchatmen und einfach da sein. Mit deinem Kind zusammen durch die Krise gehen. Du kannst sie ihm nicht abnehmen. Du kannst nur da sein.

Dein Kind weint. Vielleicht wurde es auf dem Schulhof geärgert, vielleicht fühlt es sich überfordert, vielleicht hat es Streit mit Freunden, vielleicht wurde es nicht zu einem Geburtstag eingeladen, vielleicht ist gerade alles zu viel. Auch dann gilt wieder: durchatmen und einfach da sein. Nimm dein Kind in den Arm, hab Verständnis, wechsle die Perspektive, geh einen Schritt zurück, tröste dein Kind. Signalisiere ihm, dass es nicht alleine ist.

 

Dein jugendliches Kind weint. Vielleicht spielt sein Körper verrückt, vielleicht ist die erste Liebe neu und irritierend, vielleicht ist die Ablösung kraftraubend, vielleicht ist es mit den Freunden manchmal viel, vielleicht ist die Orientierung unklar und erwachsen werden anstrengend. Auch dann gilt: Durchatmen und für deinen Teenager da sein. Mit ihm gemeinsam durch die Krise gehen. Ausbalancieren, wie viel Nähe gerade guttut, Verbindung herstellen, trösten, gut zusprechen oder manchmal auch schweigen. Du kannst ihm seine Gefühle, seinen Schmerz nicht abnehmen. Aber du kannst da sein.

 

Du weinst. Vielleicht hast du jemanden verabschieden müssen. Vielleicht ist eine Vision zerplatzt. Vielleicht fühlst du dich überfordert, gestresst, angestrengt, alleine. Dann wünsche ich dir, dass jemand für dich da ist und mit dir durch diese Zeit geht. Dass dich jemand hält, in den Arm nimmt oder mit dir schweigt. Sollte da niemand sein, dann hast du viel mit deinem Kind üben dürfen, wie es geht: für jemanden da sein. Dann sei für dich da. Atme, sprich dir gut zu, tröste dich, halte dich. Sei dir sicher, dass auch dies vorbei geht.

Wir machen die Erfahrung, dass Krisen und Konflikte bewältigbar sind. Dass wir das schaffen können. Und dass wir nicht alleine sind. Und dann wachsen wir, wir reifen, wir entwickeln uns, blühen auf und lernen.

 

Corinna Muderer

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