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Das Michaelsfest feiern

Die Bedeutung des Michaelifestes

Nicht zufällig steht das Fest des Heiligen Michael am Beginn der dunklen Jahreszeit. Zusammen mit den Festen des Heiligen Martin am 11. November und des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember bildet das Michaelifest eine Dreiheit, die uns auf Weihnachten zuführt. Der Heilige Michael steht hierbei für den Mut, der Heilige Martin für das Mitgefühl und der Heilige Nikolaus für das Gewissen. Drei Feiertage also, die aufeinander folgen und die, beginnend mit dem mutigen Tun, über das brüderliche Mitfühlen, bis zum gewissenhaften Denken, Licht in die Dunkelheit tragen und uns auf Weihnachten vorbereiten.


        


Das Michael-Fest am 29. September (dem Beginn der 4-wöchigen Michaeli-Zeit) fällt in die Herbst- und Erntezeit, in der die Natur sich langsam zurückzieht und uns als Geschenke Samen und Früchte hinterlässt. Das Tageslicht nimmt ab, und mit der zunehmenden Dunkelheit bereiten wir uns langsam auf den Winter vor. In dieser Zeit nehmen wir Abschied von der sommerlichen Fülle an Sonnenlicht, Wärme und Sinneseindrücken, die uns die Natur so üppig geboten hat.

Im Herbst brauchten unsere Vorfahren das Vertrauen und den Mut, daran zu glauben, dass das Absterben der Natur nur vorübergehend und ein Wiedererwachen im Frühling möglich ist. Mit dem Herbst begann und beginnt die Zeit der inneren Einkehr, der Blick richtet sich von außen nach innen. Elektrisches Licht und Heizung sind ein Segen, erwärmen unsere Herzen aber nicht. Innere Wärme und inneres Licht müssen wir uns selbst schaffen. Und dazu gehört auch der Mut, den das Michaelsfest uns vermitteln kann.


Die Geschichte vom Erzengel Michael

Der Legende nach wollte Satanael Gott gleich werden. Daher befahl Gott dem Engel Micha, Satanael und dessen böse Scharen vom Himmel zu stürzen. Mit Hilfe des Zepters Gottes kämpfte Micha und wurde schließlich als Erzengel Michael zum Anführer der himmlischen Heerscharen. Manche Legenden sehen in den Sternschnuppen, die vermehrt in den Wochen vor Michaeli fallen, die Funken des Schwertes des Heiligen Michael.

Gerade für kleinere Kinder empfiehlt es sich jedoch eher, auf die Legende des Ritters Georg zurückzugreifen, da sie ihnen die Bedeutung des St. Michael bildhaft nahe bringen kann. Der Erzengel Michael hilft dem Menschen, den Mut zu haben, mit sich ins Reine zu kommen und sinnbildlich mit dem Schwert Klares von Unklarem zu scheiden. Er fordert uns auf, eigene Unzulänglichkeiten zu erkennen und unsere guten Kräfte zu wecken. Dieser Mut zum inneren Kampf und das Ringen um Klarheit finden ihre Entsprechung in der Geschichte vom Ritter Georg, der gegen den Drachen kämpft.


Die Geschichte von St. Michael und dem Ritter Georg

Der Erzengel Michael suchte einen Helfer auf der Erde, der seine Botschaft verbreiten sollte und so trat er an Ritter Georg heran und forderte ihn dazu auf. Der erwählte Ritter Georg sprach: „Ja, das will ich“. Er bekam vom Heiligen Michael Helm, Schild und Schwert und zog aus...


Die Drachenlegende

So kam Ritter Georg einmal in die Nähe einer Stadt. Es lag da ein See, in dem ein giftiger Drache wohnte. Dieser kam immer wieder bis unter die Mauern der Stadt und verpestete mit seinem giftigen Atem so sehr die Luft, dass viele Stadtbewohner daran starben. Damit seine Mordlust nicht überhand nahm, gaben die Bürger ihm täglich zwei Schafe zum Fraß.

Als sie kaum noch Schafe finden konnten, sahen sie sich gezwungen, dem Drachen einen Menschen und ein Schaf zu opfern. Jedes mal wurde das Los geworfen, und so konnte niemand dem Drachen entrinnen. Auch die einzige Tochter des Königs traf das Los. Der König wollte sie mit Gold und Silber, ja mit der Hälfte seines Reiches zurückkaufen, aber die Leute kamen in großen Scharen und schrien: “Warum willst Du die Stadt um Deiner Tochter willen verderben? Wenn Du sie nicht opferst, so müssen wir alle am Giftatem des Drachen sterben. Da sah der König, dass seine Tochter verloren war. Er küsste sie und rief in seinem Schmerz: “Oh, wäre ich doch vor Dir gestorben, dann hätte ich Deinen Tod nicht erleiden müssen!”

Wie die Königstochter nun weinend am See stand, kam gerade Georg daher geritten und fragte sie nach ihrem Kummer. “Flieht!”, rief sie. “Der Drache wird sonst uns beide verderben.” Georg aber sprach: “Sei ohne Furcht, ich will Dir helfen im Namen Christi!” Dann sprang er auf sein Roß, machte das Kreuzzeichen und ritt gegen den Drachen. Mit großer Wucht rammte er ihn mit der Lanze, so dass er zu Boden stürzte. Er rief der Königstochter zu: “Komm, hab keine Angst, wirf ihm deinen Gürtel um den Hals!” Sie tat es und der Drache folgte ihr in die Stadt, wie ein zahmes Hündlein.

Hören Kinder diese Geschichte vom mutigen Ritter Georg, der furchtlos gegen einen gefährlichen Drachen angeht, fühlen sie sich gleich angesprochen. Die Erzählung lebt in ihnen auf und sie wollen die Handlung nachspielen. So können Kinder bildhaft lernen, dass sie selbst Stärke und Mut besitzen und dass sie handeln können. Mit wenig Aufwand kann man ihnen helfen, „richtige Ritter“ zu werden und ihre Drachen zu besiegen.

 

Schöne Ideen für den Michaelstag mit Kindern

Ein schöner Brauch ist es auch, gemeinsam mit den Kindern Brötchen aus frisch gemahlenen Körnern zu backen (vielleicht ist sogar Zeit, das Korn selbst mit der Hand zu mahlen) und dieses "Michaelibrot" am Abend feierlich anzuschneiden und zu essen. Die Kinder sind hier mit großem Ernst dabei und nehmen das Brot tatsächlich zu sich in dem Gefühl, etwas von der Kraft und dem Mut des St. Michael in sich aufzunehmen. 

Am Nachmittag kann man sich vielleicht gemeinsam daran machen, ein Ritterkostüm zu basteln oder lustige Ritterspiele veranstalten.

 
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