Spielen - Wie Kinder am liebsten spielen und was sie dazu brauchen

Beim Spielen sind Kinder ganz bei der Sache. Nichts ist in dem Augenblick wichtiger, als die Holztiere im Spielzeugbauernhof zu versorgen oder herauszufinden, wie man einen Turm aus Bauklötzen noch stabiler macht, damit er nicht einstürzt.

Kleine Planer und Entdecker

Lukas, fünf Jahre, baut im Sand eine Kugelbahn: einen hohen Berg, von dessen Gipfel eine Straße für seine Murmeln hinunter ins Tal führt. Doch die Murmel reißt immer wieder aus, weil der locker aufgehäufte Straßenrand wegbricht. Der kleine Straßenbauer ist in der Planungsphase. Zum Glück stört ihn niemand, um ihm zu sagen, dass der Sand mit Hilfe von Wasser fester und glatter wird. Darauf kommt Lukas nach einigen Überlegungen selbst: Warum sind ihm gestern die Sandkuchen so gut gelungen? Weil er herausgefunden hatte, dass sich der Sand mit Wasser viel besser formen lässt. Nach wenigen Reparaturarbeiten ist der Straßenrand fest wie eine Mauer. Und die Murmel saust vom Gipfel bis ins Tal, ohne von ihrer Straße abzukommen.

Die eigene Welt bauen

Solche Erfahrungen können Kinder nur sammeln, wenn sie ungestört experimentieren und spielen dürfen. Wenn Eltern ihr Kind beim Spielen beobachten, werden sie feststellen: Da steckt harte Arbeit dahinter. Mädchen und Jungen planen, probieren aus – immer und immer wieder. Sie geben nicht eher Ruhe, bis sie eine Lösung gefunden haben – wie Lukas beim Straßenbau. Jeder Kassierer an der Supermarktkasse weiß, wie viel Mühe es kostet, nach Kassensturz am Abend eine Differenz aufzuspüren. Da kann von Spaß keine Rede sein. Kindern jedoch bereitet die Arbeit bei ihrem Spiel Vergnügen. Und noch viel mehr: Je intensiver sie forschen und ausprobieren dürfen, desto ausgeglichener und zufriedener sind sie hinterher. Der große Unterschied zu uns Erwachsenen: Kinder stellen sich ihren „Spiel-Aufgaben“ viel offener und unbekümmerter. Sie haben keinen Erwartungsdruck und keine Zielvorgabe, die sie unbedingt erreichen müssen. Sie bauen beim Spiel an ihrer eigenen Welt, die sie in eigener Regie gestalten können. Das ständige Ausprobieren und die Erfolgserlebnisse, die dabei nicht ausbleiben, geben einem Kind Vertrauen in die wachsenden eigenen Fähigkeiten.

Familienfußball ptaxa Weniger Spielzeug ist mehr

Ein Kind braucht Eltern mit Zeit und Geduld, die es ungestört spielen lassen. Das heißt: Mütter und Väter sollten ihre Kinder nicht zur Eile drängen und Vorhaben, wenn möglich, auch mal zeitlich etwas nach hinten verschieben. Wichtiger als der geplante Einkauf ist, dass Ihr Kind hinter das Geheimnis der Beschaffenheit von Sand und Erde steigt oder einen Weg findet, durch einen Pappkarton-Anbau die Ritterburg durch einen Pferdestall zu erweitern. Wichtig ist aber auch gutes Spielmaterial, das dem Kind Raum für seine Fantasie lässt und möglichst viele Sinne anspricht. Beobachten Sie Ihr Kind vor dem Kauf eines Spielzeugs: Womit beschäftigt es sich zurzeit besonders gern und ausgiebig? Wichtig: Kaufen Sie lieber weniger Spielzeug, dafür aber hochwertiges und ausbaufähiges. Unsere Kinderzimmer sind sowieso oft so voll gestopft, dass Kinder leicht die Übersicht verlieren. Besonders gut ist ein Spielzeug, wenn es je nach Bedarf umgestaltet werden kann. Aus einem Kaufladen entsteht eine Puppenbühne, aus einem Bauernhof ein Kindergarten oder aus dem Puppenhaus eine Puppenklinik.

Auch mal allein spielen

Wichtig ist auch, dass Kinder Gelegenheit haben, auch mal allein zu spielen. Schon Babys tun das, indem sie wach in der Wiege liegen, mit ihren Händchen spielen und vor sich hin brabbeln. Die Kleinen üben so schon ein, sich auch zwei, drei Jahre später mal eine Weile allein zu beschäftigen. Stören Sie Ihr Kind also nicht, wenn es sich gerade konzentriert mit einer Sache beschäftigt. Leisten Sie ihm andererseits Gesellschaft, wenn es das möchte. Aber liefern Sie Ihrem Kind bitte nicht immer postwendend Lösungen an, wenn es bei einem Spiel mal in eine Sackgasse gerät. Nur wer selber nach einem Ausweg suchen darf, kann auf dieser Erfahrung aufbauen und bei nächsten Gelegenheiten daran anknüpfen.

Nicht zu viel Wenn und Aber

Der beste Antrieb beim Spielen und Lernen ist die Begeisterungsfähigkeit. Und die ist allen Kindern in die Wiege gelegt worden. Es liegt an uns Eltern, sie nicht erlahmen zu lassen, indem wir unseren Mädchen und Jungen zu viele erwachsene „Wenn“ und „Aber“ als Stolperfallen in den Weg legen. Lassen Sie sich vom Enthusiasmus Ihres Kindes anstecken, wenn es beabsichtigt, die höchste Sandburg der Welt zu bauen oder sich als Ritter gegen ganze Heerscharen unsichtbarer Gegner zu verteidigen. Kinder brauchen unser Lob und unsere Wertschätzung. Das lässt sie auch beim Spielen über sich hinauswachsen. Und sie bewahren sich ihre Lust am Gestalten und Experimentieren. So wächst mehr und mehr das Gefühl von Unabhängigkeit und Selbstvertrauen. Eigenes Forschen fördert die Kreativität, aus der heraus immer neue Ideen und Konzepte entstehen.

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