Schimpfen - Warum Eltern damit oft nichts erreichen

Eltern sind keine Übermenschen. Ihnen platzt auch mal der Kragen, wenn die Kinder auf den Rücksitzen im Auto herumalbern, während Papa sich in der rush-hour auf den zähflüssigen Verkehr konzentrieren muss. Oder wenn am Frühstückstisch beim Herumbalgen die Tassen herunter fliegen und den Küchenboden in einen Kakao-See verwandeln.

Eltern sind keine Zen-Meister

Nur Meister in fernöstlicher Meditation würden solche Situationen gelassen meistern. Die meisten Mütter und Väter jedoch sind keine Yogis und keine Zen-Meister. Es ist also ganz normal, wenn sie mal losschimpfen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Dies kann auf Eltern und Kinder befreiend wirken, weil es eine ganz natürliche Reaktion ist. Und diese sollte nicht mit aufgesetzter Freundlichkeit oder Ironie überdeckt werden. Denn ironisch gefärbtes Schimpfen verstehen Kinder bis zum Grundschulalter sowieso nicht.

Warum sieht Mama so böse aus?

Wenn in Linas Kinderzimmer wieder mal das Chaos herrscht und die Mutter der Fünfjährigen ihrem Ärger mit den Worten „Hier sieht es ja mal wieder toll aus!“ Luft macht, ist das Mädchen zutiefst verunsichert: Warum in alles in der Welt schaut die Mama so böse, wenn sie Linas Zimmer toll findet?! Kinder leiden sehr darunter, wenn so etwas öfter passiert. Denn Mimik und Worte ihrer Eltern sind nicht im Einklang. Das macht unsicher, orientierungslos und raubt den Kleinen den emotionalen Halt, den sie so dringend benötigen. Da ist es viel besser, seinem Ärger auch mal Luft zu machen, und zwar eindeutig und unmissverständlich.

Die Ohren auf Durchzug

Schimpfen bibikoffWie bei allem ist auch bei Schimpfen das Maß entscheidend. Kinder, deren Eltern ständig nörgeln oder schimpfen, stellen ihre Ohren auf Durchzug. Sie hören gar nicht mehr zu, und das Schimpfen von Mama oder Papa rieselt wie Wasserperlen von einer Goretex-Jacke ab. Die Kinder werden mit der Zeit regelrecht „elterntaub“.

Sie wissen oft gar nicht, warum die Eltern schimpfen, weil ihnen niemand erklärt, was sie eigentlich falsch gemacht haben. Warum regt sich der Papa so auf, wenn wir im Auto Spaß haben? Sonst erfindet er beim Autofahren doch selber alberne Wörter? Dass Mamas und Papas Nerven zuweilen blank liegen, davon verstehen die Kleinen noch nichts. Sie finden es lustig, wenn sich ein breiter Strom von Autos langsam durch die Straßen schlängelt. Und sie wissen noch nicht, wie anstrengend es ist, Stop and Go und nervöse Hupkonzerte gelassen zu überstehen. Mama und Papa würden übrigens ebenfalls gelassener reagieren, wenn die Kakaoüberschwemmung am Wochenende passiert und nicht ausgerechnet kurz vor einer wichtigen Besprechung im Betrieb, bei der alle pünktlich sein sollen.

Kinder möchten keine Nervensägen sein

Ein Anbrüller, etwa „Ruhe! Ich muss mich aufs Autofahren konzentrieren!“ oder „Putzt sofort den Kakao vom Boden auf. Wir müssen in fünf Minuten los!“ macht Kindern klar, dass es hier wirklich dringenden Handlungsbedarf gibt. Dazu gehört allerdings noch eine Erklärung, warum es Mama und Papa nervt, wenn die Kinder mitten im Berufsverkehr auf den Rücksitzen herumtoben. Oder warum sie diesmal nicht über das Missgeschick mit dem umgekippten Kakao lachen können. Aber das macht erst dann Sinn, wenn sich die Wogen geglättet haben. Eltern sollten ihren Kindern erklären, warum es Zeiten gibt, in denen sie besonders angespannt sind. Kinder strapazieren Mamas und Papas Nerven ja nicht absichtlich. Sie sind keine geborenen Nervensägen und zeigen sich verständnisvoller, als manche Eltern glauben.

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