Regeln - Warum Familien sie brauchen

Kinder brauchen Liebe, Geborgenheit, gute Vorbilder und Eltern mit klaren Vorstellungen: Mütter und Väter, die Richtung und Ziel vorgeben und nicht ständig Angst haben, etwas falsch zu machen.

Ohne Regeln läuft alles aus dem Ruder

Wie Kapitän und Steuermann brauchen Mütter und Väter ein Navigationsgerät, mit deren Hilfe sie das Schiff Familie immer wieder in den sicheren Hafen zurückbringen. Anders ausgedrückt: Ohne Regeln würde alles aus dem Ruder laufen. Wenn Regeln sinnvoll sind, geben sie Kindern Halt und Struktur. Nur so fühlen sie sich sicher und finden ihren Platz in der Welt.

Anregende Tischgespräche

Sofie, fünf Jahre, und ihre Eltern gehen mit Oma und Opa zum Essen in ein Restaurant. Es entsteht eine nette Unterhaltung. Sofie ist begeistert, als die Großeltern von einer Wanderung in die Berge erzählen – vom Steinbock, den sie dort beobachtet haben, den wunderschönen Blumen und der Bergalm mit den zutraulichen Ziegen. Anschließend ist Sofie an der Reihe. Oma und Opa hören interessiert zu, als sie von ihren Kindergartenfreunden erzählt und von der Erzieherin, die so leckere Waffeln backen kann.

altStörenfried aus Langeweile

Am Tisch nebenan: Jana, ebenfalls fünf Jahre alt, steht immer wieder vom Tisch auf und unterbricht ihr Essen. Ihr ist langweilig, denn Mama und Papa unterhalten sich schon die ganze Zeit über ihre Arbeit im Büro. Nun rennt Sofie mit ausgebreiteten Armen durchs Restaurant. Sie ist ein Flugzeug, das gerade auf die Startbahn rollt und dann mit lautem Motorengeräusch abhebt. Es folgen Anweisungen der Boden-Kontroll-Station: „Setz dich sofort wieder an den Tisch!“ „Nun reicht es aber! Wenn du nicht sofort kommst, gehen wir nie mehr mit dir ins Restaurant!“ Einige Erwachsene im Restaurant fühlen sich gestört. Und um ein Haar wäre es mit der Serviererin zu einem Zusammenstoß gekommen. Doch die reagiert souverän und meint: „Dein Flugzeug muss sofort notlanden. Es zieht ein schwerer Sturm auf. Flieg auf direktem Weg zum Flughafen am Tisch deiner Eltern!“ Erstaunt hält Jana inne und legt tatsächlich eine perfekte Notlandung hin. Das Erstaunen ist den Eltern ins Gesicht geschrieben.

Jeder hört dem anderen zu

Der Unterschied zwischen Sofies und Janas Eltern: Sofie hat von klein auf gelernt, am Tisch sitzen zu bleiben, bis alle die Mahlzeit beendet haben. Sie hat aber auch mitbekommen: Gemeinsam essen ist schön. Jeder darf erzählen, und alle hören zu, wenn ein anderer etwas sagt. Bei Jana und ihren Eltern verlaufen die Mahlzeiten anders. Oft wirft Papa einen Blick in die Zeitung. Mama steht auf, wenn das Telefon läutet. Und die Eltern sprechen oft über den Ärger im Büro oder planen schon den nächsten Einkauf. Sie bemerken noch nicht einmal, dass Jana zwischendurch immer mal wieder aufsteht, ein Spielzeug holt und dann erst weiter isst. Kein Wunder, dass sie auch im Restaurant nicht am Tisch sitzen bleibt.

Kinder brauchen einen roten Faden

Fest steht: Ohne Regeln geht es nicht. Kinder brauchen einen roten Faden, an dem sie sich entlang hangeln können. Wenn Eltern an einem Tag auf das Einhalten von Regeln bestehen, aber am nächsten Tag aus Bequemlichkeit alles laufen lassen, entziehen sie ihren Kindern die sichere Basis. Denn diese wissen nicht mehr, worauf sie sich verlassen können.

Die 7 wichtigsten Regeln im Familienalltag:

1 Wir gehen friedlich miteinander um und schreien uns nicht an.

2 Bei den Mahlzeiten liegen keine Spielsachen, Bücher, Zeitungen oder Mobiltelefone auf dem Tisch. Wir stehen erst dann auf, wenn alle fertig sind.

3 Jeder übernimmt Pflichten im Haushalt – auch die Kleinsten. Sie können zum Beispiel den Tisch decken oder beim Abräumen helfen.

4 Wenn jemand das Haus verlässt, sagt er Bescheid, wohin er geht und wann er wieder zu Hause ist.

5 Wir nehmen Rücksicht aufeinander. Das heißt im konkreten Fall: Nicht laut herumtoben, wenn ein anderes Familienmitglied krank im Bett liegt. Andere nicht auslachen oder negativ über sie reden. Seinen Platz im Bus für einen alten Menschen freimachen usw.

6 Dankbarkeit wird in unserer Familie groß geschrieben. Das heißt zum Beispiel: sich für ein gutes Essen, für Mithilfe oder einen Rat bedanken.

7 Wir gehen achtsam mit der Schöpfung und mit Dingen um. Das heißt: Wir sorgen gut für Tiere und Pflanzen, machen nichts mutwillig kaputt. Wir werfen nicht immer alles sofort weg, sondern versuchen, Defektes zu reparieren. Wir kaufen bewusst ein und verschwenden keine Lebensmittel.

Versprechen immer einhalten

Darüber hinaus sind noch folgende Regeln wichtig: Jeder muss sich auf den anderen verlassen können. Und: Versprechen sollten eingehalten werden.

Dazu ein passendes Beispiel: Der fünfjährige Robin freut sich schon seit Tagen auf den Zirkus. Am Sonntag möchten Mama und Papa mit ihm dorthin gehen. Robin kann es kaum abwarten. Nur noch einmal schlafen, dann ist es soweit. Am Samstagabend klingelt das Telefon. Es sind Freunde von Robins Eltern, die gerade in der Stadt sind und am Sonntagnachmittag mal vorbeikommen möchten. Spontan sagt Robins Mama zu. Ihrem enttäuschten Jungen erklärt sie, dass die Freunde ja nicht jeden Tag kommen und dass sie eben an einem anderen Tag zum Zirkus gehen.

Nach Alternativen suchen

Robins Mutter hätte nach Alternativen suchen können. Es ist einfacher, als Eltern oft denken. Sie könnte ihren Freunden zum Beispiel sagen: „Wir haben Robin fest versprochen, morgen Nachmittag mit ihm zum Zirkus zu gehen. Vielleicht habt ihr ja heute Abend Zeit auf ein Glas Wein? Ich mach uns ein paar belegte Brote. Kommt doch! Wir würden uns so freuen.“ Möglich wäre auch ein Einladung zum Frühstück oder der Vorschlag, einfach mit zum Zirkus zu kommen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in diesen zwei Interviews:

Karin Amos: Disziplin

Jesper Juul: Nein sagen - Warum Kinder Klarheit brauchen

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