Lügen - Wenn Kinder es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen

Kinder tischen ihren Eltern oft die seltsamsten Geschichten auf. Ginge es zu wie in der Geschichte von Pinocchio, hätten sie eine ebenso lange Nase wie der kleine Mann aus Holz...

„Das war das Krokodil!“

Nick, vier Jahre, hat neuerdings einen geheimnisvollen Freund: ein Krokodil. Es ist überhaupt nicht gefährlich, dafür aber unsichtbar. Kroko begleitet Nick überall hin – auch zum Kindergarten. Wenn Mama es morgens eilig hat, müssen sie und Nick sich wohl oder übel noch etwas gedulden. Denn Kroko muss erst noch eine Runde in der Badewanne schwimmen. Neulich hat Nick beim Frühstück herumgezappelt, und der Kakao ist übergeschwappt. Seine Erklärung: „Das war ich nicht. Das hat Kroko gemacht.“ Die Mutter ermahnte ihren Jungen: „Du sollst nicht schwindeln.“ Nick protestierte: „Es war Kroko! Wirklich, Mama!“

Ein Mix aus Fantasie und Wirklichkeit

Alle Kinder zwischen drei und fünf Jahren erzählen oft solche wunderlichen Geschichten. Sie flunkern aber nicht bewusst, sondern vermischen Fantasie und Wirklichkeit. Kleine Kinder haben nämlich eine starke emotionale Wahrnehmung. Märchenfiguren erleben sie real, Puppen und Stofftiere sind lebendige Wesen. Tiere können sprechen, und das Krokodil kriecht aus dem Bilderbuch heraus und hält Einzug im Kinderzimmer. Kinder im so genannten magischen Alter brauchen solche Fantasiegefährten. Denn sie helfen ihnen in allen schwierigen Situationen. Und sie nehmen alles auf ihre Kappe, wofür Nick und seine Altersgenossen nicht zuständig sein wollen – den übergeschwappten Kakao etwa. Kinder möchten dabei keineswegs schwindeln. Zum Beispiel Nick: Das Malheur mit dem Kakao ist ihm unangenehm. Deshalb schiebt er es auf sein Krokodil. In diesem Alter sind die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit noch fließend.

Kleine Schwindler mit Humor entlarven

Dass Mama und Papa nicht immer begeistert reagieren, verstehen die Kleinen noch nicht. Eltern sollten deshalb mit Verständnis und Humor kontern und ihrem Kind eine Brücke bauen, etwa: „Da hat dein Krokodil aber am Tisch herumgezappelt. Komm, wir putzen die Überschwemmung auf.“ Kinder lernen dabei: Es passiert nichts, wenn man die Wahrheit sagt. Ab etwa fünf Jahren beginnen Kinder, ihre Eltern zu testen: Sind Mama und Papa wirklich so schlau, all die kleinen Ausflüchte und Ausreden zu durchschauen? Das tun die Kleinen aber ohne jede böse Absicht. Und sie überprüfen es in harmlosen Alltagssituationen. Ein Beispiel: Florian, fünf Jahre, nascht heimlich vor dem Mittagessen Gummibärchen. Seine Mama entdeckt die leere Tüte und fragt: „Hast du die Gummibärchen gegessen?“ Florian schüttelt den Kopf und beteuert: „Nein!“ Den Jungen auszuschimpfen, bringt nichts. Im Gegenteil: Er würde beim nächsten Mal aus Angst schwindeln.

Die Unwahrheit ohne Angst zugeben

Eltern sollten in solchen Fällen mit Humor reagieren und den kleinen Schwindler entlarven. Beispiel: „Die Gummibärchen haben sich alle in einer Reihe aufgestellt und sind ganz schnell in deinen Mund spaziert. Und du hast sie herein gelassen. Stimmt’s?“ Das Schöne an dieser Methode: Eltern und Kind können gemeinsam darüber lachen, und der Junge kann ohne Angst zugeben, dass er heimlich genascht hat. Natürlich finden Eltern Gefallen an den Fantasiegeschichten ihres Kindes. Und das spornt die Kleinen an, sich noch mehr davon auszudenken. Irgendwann besteht jedoch die Gefahr, dass sich das Schwindeln verselbständigt. Loben Sie Ihr Kind für seinen Einfallsreichtum. Aber lassen Sie auch durchblicken, dass Sie seine Schwindeleien durchschauen, etwa: „Das Krokodil ist wirklich ein super Freund! Kannst du dir noch mehr Krokodil-Geschichten ausdenken?“

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