Aufrichtigkeit - Warum sie im Zusammenleben eine so große Rolle spielt

Malte steht auf Süßigkeiten – vor allem auf Gummibärchen. Der Junge weiß aber genau, dass er vor dem Essen nicht mehr naschen soll. Trotzdem ist die Versuchung heute groß. Der Siebenjährige klettert auf den Schrank, öffnet die Dose mit den Süßigkeiten und nimmt sich eine Handvoll Gummibärchen. Da passiert es. Die Dose fällt mit einem scheppernden Geräusch herunter. Schnell stopft Malte die Gummibärchen in den Mund und verschwindet im Kinderzimmer. Als die Mutter beim Mittagessen fragt, ob Malte das Missgeschick mit der Dose passiert ist, schüttelt er den Kopf: „Bestimmt war es die Katze.“ Doch der klebrige Mund verrät ihn. Seine Mama ist enttäuscht über die Lüge, schluckt ihre Enttäuschung aber herunter. Später wird sie mit Malte reden.

Schwindeln ist normal

Für Eltern bricht oft eine Welt zusammen, wenn sie ihr Kind zum ersten Mal beim Schwindeln ertappen. Keine Sorge: Es gehört zur Entwicklung dazu, dass Kinder manchmal die Unwahrheit sagen. Beim Schwindeln gibt es verschiedene Formen. Zwischen zwei und fünf Jahren fällt es den Kleinen schwer, Fantasie und Wirklichkeit voneinander zu trennen. Sie sehen und hören anders als Erwachsene. Der Zwerg aus dem Märchenbuch ist für sie lebendig. Er kann sogar zu einem wichtigen Gefährten werden, der das Kind auf Schritt und Tritt begleitet. Das hat nichts mit Lügen zu tun, sondern ist ein Zeichen für die große Fantasie und den Ideenreichtum des Kindes. Etwa ab dem Schulalter lügen Mädchen und Jungen schon mal bewusst – aus Bequemlichkeit oder weil sie Angst vor einem Donnerwetter haben. Manchmal möchten Kinder auch mit einer erfundenen Geschichte Aufmerksamkeit erregen und im Mittelpunkt stehen.

„Sag der Tante, dass ich nicht da bin!“

In Sachen Schwindeln liefern Eltern ihren Kindern oft den besten Anschauungsunterricht. Beispiele gibt es genug: Wir lassen uns am Telefon verleugnen, weil wir gerade nicht mit Frau X sprechen wollen. Wir heucheln Begeisterung, wenn uns eine Freundin das neue Kleid vorführt, obwohl wir es scheußlich finden. Aus Bequemlichkeit oder Angst vor Auseinandersetzungen reden wir anderen nach dem Mund. Wir schwindeln unser Kind an, wenn es fragt, ob der Arzt ihm eine Spritze gibt. Oder wir versprechen ihm etwas und halten es am Ende nicht. Kinder wissen nicht, woran sie sind, wenn bei Mama und Papa Handeln und Denken nicht übereinstimmen. Sie fürchten, dass Mama oder Papa es auch mit ihnen nicht ehrlich meinen. Das macht Angst. Aufrichtigkeit ist deshalb fürs Zusammenleben in der Familie wichtig. Sie vermittelt Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit. Das Kind spürt: Wenn Mama das so sagt, stimmt es auch. Und ich kann mich hundertprozentig darauf verlassen.

Kindern eine Mut-Brücke bauen

Eltern reagieren oft enttäuscht und verärgert, wenn ihr Kind lügt. Aus Angst vor Vorwürfen schwindelt es bei nächster Gelegenheit wieder. Grundsätzlich ist es Kindern peinlich, wenn sie bei einer Unaufrichtigkeit ertappt werden. Deshalb ist es gut, ihnen das versöhnliche Gefühl zu vermitteln: „Mit Mama oder Papa kann ich über alles reden – auch wenn ich etwas Schlimmes angestellt habe. Sie erklären mir ruhig, was nicht richtig war. Und sie sind auch mal zu einem Kompromiss bereit.“ Ein Kompromiss wäre zum Beispiel, wenn Maltes Mama hin und wieder ein Auge zudrückt und zwei, drei Gummibärchen vor dem Essen erlaubt. Kleineren Kindern könnten Eltern eine Brücke bauen, etwa mit Hilfe einer kleinen Symbolfigur – dem Schutzengel oder einem Zauberdrachen, der mit Vorliebe Lügen frisst. Malen Sie die Figur auf einen glatten Kieselstein. Er bekommt seinen festen Platz auf der Fensterbank. Wenn Sie Ihr Kind bei einer Unwahrheit ertappen, geben Sie ihm den Stein in die Hand und sagen: „Der Schutzengel (oder der Zauberdrachen) gibt dir nun ganz viel Kraft und Mut. Dann kannst du mir erzählen, wie es wirklich war.“

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