"Mit der spiel ich nicht!" Wie kann Erziehung zur Toleranz aussehen

Anja kommt weinend aus der Schule heim. „Marie hat mich nicht zu ihrem Geburtstag eingeladen! Aber Sofia darf kommen. Denn sie kann schneller rennen als ich“, jammert die Siebenjährige. Nach behutsamem Nachfragen erfährt die Mutter, dass beim Kindergeburtstag Wettläufe geplant sind. Laufen ist wirklich nicht Anjas Stärke. Aber dass sie deshalb ausgegrenzt wird, tut der Mutter mindestens so weh wie ihrem Kind.

Zu solchen Situationen kommt es im Kinderalltag nicht selten. Da bleibt ein Kind immer als letztes übrig, wenn bei Ballspielen Mannschaften gebildet werden. Ein anderes wird selten angerufen und eingeladen, ein drittes ausgelacht, weil es keine Fußballbilder sammelt.

Die Angst, selber ausgegrenzt zu werden

Grundsätzlich sind alle Kinder offen und unvoreingenommen. Das ändert sich oft im Vorschulalter. Denn dann schließen Mädchen und Jungen bewusst Freundschaften. Und ihre kleine Welt bricht zusammen, wenn es mal zum Streit kommt. Die Drohung „Mit dir spiele ich nie mehr!“ wird ernst genommen. Alle Eltern kennen solche Situationen, in denen ihr Kind untröstlich ist. Kinder möchten die beste Freundin oder den besten Freund für sich haben. Deshalb machen sie ihr oder ihm oft unbewusst andere Kinder madig. Sie können ihrem Kind helfen, indem sie dafür sorgen, dass sich sein Freundeskreis nicht allein auf den Kindergarten oder die Schule beschränkt. Es tut ihm gut, wenn es noch andere Kontakte hat, etwa im Sportverein oder in der Nachbarschaft.

Schwieriger wird es, wenn ein Kind rein zufällig in eine Außenseiterposition gerät. Beispiel: Ein Kind behauptet von einem anderen „Die ist aber eine lahme Ente!“ oder „Der sieht aber blöd aus!“

Und schon stimmt eine Handvoll anderer Kinder zu. Dabei steckt oft unbewusst die Angst dahinter, selber zu denen zu gehören, die ausgelacht und ausgegrenzt werden. Die kleinen Opfer wissen sich meist nicht anders zu helfen und ziehen sich zurück. Und das verstärkt die weitere Ausgrenzung.

So werden Kinder sozial kompetent

Mütter und Väter können nicht früh genug damit beginnen, ihren Kindern positive Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich zu ermöglichen. Kinder erfahren dabei: „Die anderen mögen mich so wie ich bin“. Dies ist eine gesunde Basis für die Entwicklung von Selbstvertrauen. So können Eltern die soziale Kompetenz ihres Kindes stärken und ihm selber ein positives Selbstbild vermitteln:

Fördern Sie die Stärken Ihres Kindes. Wer etwas besonders gut kann, zum Beispiel Fußball spielen, malen oder super Bauwerke konstruieren, ist meistens in der Gruppe gut angesehen. Hinzu kommt: Durch Erfolgserlebnisse bekommt Ihr Kind ein positives Selbstbild. Es ist dann nicht mehr so sehr vom Urteil anderer abhängig.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie sich anderen Menschen gegenüber offen. Sprechen Sie, wenn Sie mit Ihrem Kind unterwegs sind, Bekannte an. Beziehen Sie es ins Gespräch ein. Es bekommt dann mit, dass Kommunikation das Leben ein Stück liebenswerter macht.

Leben Sie Ihrem Kind gute Kommunikation vor, etwa wie man aufmerksam zuhört und interessiert Fragen stellen kann.

Ihr Kind kann Einfühlungsvermögen nur lernen, wenn es in der Lage ist, seine eigenen Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Helfen Sie ihm deshalb, indem Sie es mit seinen Gefühlen ernst nehmen und diese achten.

Nur wer sich unvoreingenommen mit dem anderen beschäftigt, kann ihn tatsächlich wahrnehmen. Bewerten Sie deshalb nie einfach jemanden negativ, der gerade abwesend ist, und scheren Sie bestimmte Personengruppen nicht über einen Kamm. Richten Sie eher den Blick mit ihrem Kind gemeinsam darauf, warum einer wohl anders ist, was beispielsweise in dem Kind vorgeht, das gemein zu einem anderen ist. Ist es vielleicht ängstlich oder traurig oder frustriert und wird deshalb aggressiv?

Wichtig ist es auch, sich von den Emotionen anderer ein Stück weit zu distanzieren. Wer sich von der Wut des Freundes mitreißen lässt, gerät leicht in einen emotionalen Wirbel, der den Blick für die Realität versperrt und so auch Ungerechtigkeiten anderen gegenüber ermöglicht.

Erzählen Sie Ihrem Kind oft Geschichten, in denen Alltagskonflikte von Kindern eine Rolle spielen. Suchen Sie im Gespräch gemeinsam nach Lösungen, die allen gerecht werden.

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