Papa hat's aber erlaubt! Wenn Eltern sich nicht einig sind

Katharina steuert zielbewusst auf die Keksdose zu. „Nicht jetzt, es gibt gleich Abendbrot“, wendet ihre Mama ein. Doch sie hat die Rechnung ohne ihr siebenjähriges Töchterchen gemacht. Denn die Kleine kontert selbstbewusst: „Papa hat’s aber erlaubt!“ Und schon wandert der Keks in ihren Mund. Kopfschüttelnd geht die Mutter ins Wohnzimmer und stellt ihren Mann zur Rede. Der misst dem Keks vor dem Abendbrot keine allzu große Bedeutung bei. Erstens hat er nicht gewusst, dass das Abendbrot schon fast fertig ist. Zweitens wird ein kleiner Keks sich nicht negativ auf Katharinas Appetit auswirken. Die Mutter sieht das anders. Die beiden suchen gemeinsam nach einer einheitlichen Regelung fürs nächste Keksproblem: Kekse sind ab sofort nur noch bis zu einer Viertelstunde vor dem Essen erlaubt. Daran gibt es nun nichts mehr zu rütteln. Und Katharina weiß, dass auch Papa sich an diese Vereinbarung halten wird. Gut für alle Beteiligten, wenn es so läuft.

Das Ganze funktioniert allerdings nicht, wenn es am Ende doch immer wieder Ausnahmen gibt. Kinder verkraften ein klares Nein nämlich viel besser, als ein halbherziges „Ja, aber sag’ der Mama nichts davon!“. Sie möchten sich nämlich nicht zwischen Mutter und Vater stellen. Kinder brauchen klare Regeln, an denen sie sich orientieren können. Es ist wichtig, dass Eltern offen miteinander umgehen und gemeinsam nach Kompromissen suchen. Denn dann versuchen Kinder erst gar nicht sie auszutricksen.

Kompromisse aushandeln

Ein anderes Beispiel: Sofie möchte zum ersten Mal allein zu ihrer Freundin Julia gehen. Sie wohnt nur eine Straße weiter. Und der Zebrastreifen ist durch eine eigene Fußgängerampel gesichert. Sofie erreicht den Einschaltknopf mühelos. Sie darf immer darauf drücken, wenn sie mit den Eltern die Straße überquert. Die Sechsjährige weiß genau: „Wenn ich Mama frage, sagt sie sowieso nein.“ Also wartet sie, bis die Mutter am Nachmittag eine Besorgung macht. Dann bedrängt sie ihren Papa. Der hat nichts dagegen. Schließlich kommt Sofie in einer Woche in die Schule und möchte allmählich selbständig werden. Stolz zieht Sofie los. Als die Mutter heimkommt, ist sie entsetzt. Doch ihr Mann beruhigt sie: „Sofie ist so stolz, dass sie es allein geschafft hat. Und sie ist wohlbehalten bei Julia ankommen. Ihre Mutter rief eben an.“

Manchmal ist es gut, sich über seine eigenen schwachen Seiten Gedanken zu machen. Dazu müssen Eltern oft bis in die eigene Kindheit zurückgehen. Sofies Mutter gibt zu: „Meine Eltern haben mich Wochen nach der Einschulung immer noch jeden Morgen zur Schule gebracht. Dabei war es damals mein größter Wunsch, endlich mal allein zu gehen.“ Auch hier kann ein Kompromiss helfen, die Ansichten der Eltern unter einen Hut zu bringen: „Du darfst allein zu deiner Freundin gehen. Aber bitte wähle, wenn du dort angekommen bist, unsere Telefonnummer. Lass es drei Mal klingeln und lege auf. Dann wissen wir, dass alles in Ordnung ist.“ Keine Frage: Eine solche Eselsbrücke sollten Eltern sich nur für die ersten selbständigen Unternehmungen ihres Kindes bauen. Denn Kinder sind stolz, wenn Eltern Ihnen etwas zutrauen und sie nicht ständig kontrollieren. Ein Trick: Machen Sie die anderen Eltern in solchen Fällen zu Verbündeten und verabreden Sie mit ihnen solche  „Beruhigungsanrufe“.

Wichtig: Stehen Sie zu Ihren schwachen Seiten. Bemühen Sie sich auf keinen Fall vor Ihrem Kind krampfhaft um Einigkeit. Es sollte wissen: „Meine Eltern sind zwar hin und wieder verschiedener Meinung. Mal gibt Mama nach, mal Papa. Aber die beiden reden darüber und einigen sich.“

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