Wenn Kinder nicht gut schlafen

Beinahe jedes fünfte Kind in Deutschland leidet unter Schlafstörungen. Die Lösung, so meinen Experten, könnte in vielen Fällen schlicht in der verlässlichen und liebevollen Gestaltung des Abendablaufes liegen…

Um halb sieben ist bei Renkemanns die ganze Familie um den Abendbrottisch versammelt. Corinna (7) und Laurenz (4) erzählen munter drauflos, was sie heute erlebt haben und die Eltern hören zu, fragen nach und nehmen Anteil an ihren Erlebnissen. Nach dem Abendessen geht es ins Badezimmer, wo die Kinder sich waschen, Zähne putzen und die Pyjamas anziehen.

Dann sausen sie um die Wette aufs Sofa und kuscheln sich unter eine Wolldecke. Denn jetzt gibt es noch die Gutenachtgeschichte, auf die sie sich schon freuen. Heute ist Frank dran mit Vorlesen, während Martina die Küche aufräumt – an anderen Tagen sind die Rollen vertauscht. Um 19.30 Uhr ist es dann wirklich Zeit ins Bett zu gehen.

 

Frank setzt sich zu jedem der Kinder noch kurz ans Bett. Dieser Moment vor dem Einschlafen ist ihm wichtig, denn da ist die Möglichkeit, Sohn und Tochter ganz in Ruhe und einzeln wahrzunehmen und ihnen auch zu zeigen: "Jetzt bin ich nur für dich da". Seiner Erfahrung nach muss das nicht lange sein, aber er muss wirklich den Kopf frei haben. Manchmal kommen dann noch Fragen oder etwas, was das Kind bedrückt, aber meistens genügt ein Blickwechsel und ein Gutenachtkuss. Dann wird das Licht ausgemacht und weil Corinna es zur Zeit nicht ganz dunkel haben mag, bleibt die Tür so weit offen, dass das Licht vom Gang hereinscheinen kann.

Schlafprobleme bei ihren Kindern kennen die Renkemanns eigentlich nicht. Es gibt keine Diskussionen ums Schlafengehen, die Kinder sind ausgeruht und zufrieden, und die Eltern können sich auf ihre kinderfreien Abendstunden einstellen, die ihnen beiden einen wichtigen Freiraum geben und Zeit zur Regeneration. Manchmal stoßen sie im Freundeskreis auf Unverständnis, weil sie so starr an ihrem Abendprogramm festhalten. Doch sie haben die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt.

In vielen Familien ist das anders: Bei fast jedem fünften Kind in Deutschland ist die Nachtruhe gestört, wie eine laufende Studie der Kölner Universitätsklinik zeigt. Und wenn man die Frage nach nächtlichem Aufwachen in Betracht zieht, ist der Anteil sogar noch höher.

Laut Prof. Lehmkuhl, dem Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Kölner Universitätsklinik braucht die Mehrheit der Kinder, die unter Schlafproblemen leiden,  keine ärztliche oder therapeutische Hilfe. Seiner Einschätzung nach ist das Hauptproblem, dass die Einschlafrituale gestört sind, es oft keine festen Abendbrot- und Bettgehzeiten gibt und auch das abendliche Vorlesen seltener geworden ist. Wenn in Familien zudem noch die Zeit für Gespräche über Probleme oder Ängste der Kinder fehlt, kommt es zu Grübeleien, die das Einschlafen und die Nachtruhe beeinträchtigen.

Ein Ziel der breit angelegten Studie der Kölner Universitätsklinik ist es deshalb, ein Beratungssystem für Eltern aufzubauen, das einen Infobrief, eine  Telefon-Hotline und eine Internetseite mit Chatforum beinhalten soll. Aber auch die Diagnose und Therapie von Schlafstörungen, die tiefere Ursachen haben, möchte die Studie verbessern helfen.

Wer Schlafprobleme bei seinen Kindern feststellt, sollte sicherlich zunächst einmal prüfen, ob es an den genannten Faktoren liegen könnte, bevor ärztliche Hilfe gesucht wird. Doch wenn über längere Zeit keine Besserung eintritt, sollte ein Arzt oder Therapeut hinzugezogen werden, um eine Lösung zu finden. In jedem Fall sind Schlafprobleme nicht nur eine zermürbende Störung des Familienlebens, sondern sie können auf  Dauer die Leistungsfähigkeit der betroffenen Kinder deutlich beeinträchtigen und zu Ängsten, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen führen.

Besuchen Sie uns auch auf facebook

Unsere Partner

Ostheimer Schaeferlogo xsOstheimer Holzspielzeug

 

 

 

nicNEUnic Spiel + Art
Walter Kraul

 

 

 

AHS-Spielzeug
Lautenbach e.V.

Händler-Login



Newsletter

Name

Email

Allgemeine Nutzungsbedingungen

Unser Newsletter wird 1x monatlich verschickt und ist jederzeit leicht abbestellbar.

501510 TANGRAM.jpg