Märchen machen Kinder stark

Im Wohnzimmer ist es gemütlich. Der fünfjährige Tobias sitzt eng an seine Mama gekuschelt auf dem Sofa. Im schummrigen Licht der Stehlampe liest sie ihm das Märchen vom tapferen Schneiderlein vor. Es ist die Lieblingsgeschichte des Jungen. Vor allem die Szene, in der das Schneiderlein den starken Riesen besiegt, fasziniert ihn. Tobias schlüpft dabei selbst in die Rolle des kleinen Helden. Und das verleiht ihm das sichere Gefühl: Morgen lasse ich mich im Kindergarten von Kai nicht mehr aus der Bauecke drängen. Ich werde mir wie das Schneiderlein eine List ausdenken. Tobias hat verstanden, was das Märchen aussagen möchte: Mit Mut und Gewitztheit kommt man eben viel weiter als mit Kraftgehabe und Angeberei.

Die Stimmen der Eltern geben Sicherheit

Eltern fragen sich oft, ob Märchen noch zeitgemäß sind. Denn sie spielen in einer Zeit, mit der Kinder von heute nichts mehr anfangen können. Mütter und Väter berufen sich auf die unmoderne Sprache: „Welches Kind kennt noch einen Köhler? Oder wer weiß denn schon, was eine Spindel ist?“ Doch diese alte Sprache enthält für Kinder eine wichtige Botschaft. Was sie nämlich hier hören, hat mit der Wirklichkeit des Alltags nichts zu tun. Das Märchen spielt in einer Traumwelt, deren Tor Kinder nach Belieben öffnen und schließen können. Denn sie besitzen den dazu passenden Schlüssel. Bereits der Einstiegssatz „Es war einmal“ oder „Vor langer Zeit in einem fernen Land“ oder „In der Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat“ gibt den kleinen Zuhörern das Signal, dass sie jetzt zu einer Reise ins Märchenland starten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Kinder, die oft Märchen hören, verfügen über einen größeren Wortschatz als Gleichaltrige, denen nicht erzählt oder vorgelesen wird.

Kassetten und Videos können übrigens die alten Geschichten nicht ersetzen. Die Stimmen der Eltern oder Großeltern sind vertraut und geben Sicherheit. Das Kind darf sich an Mama oder Papa kuscheln, wenn’s aufregend wird. Und die Eltern können auf die Wünsche des Kindes eingehen und bestimmte Szenen drei- oder viermal wiederholen.

Märchen helfen bei Konflikten

Ein Kind begegnet seinen  Lieblingsmärchen wie vertrauten Freunden. Es fühlt sich wohl, wenn Mama oder Papa sie immer wieder vorlesen oder erzählen. Die Figuren der Geschichte sind ihm mittlerweile vertraut. Sie begleiten es durch seinen Alltag, nehmen es an der Hand, geben ihm Kraft. Im Märchen finden Kinder sich mit ihren Wünsche und Hoffnungen, aber auch mit ihren Ängsten und inneren Konflikten wieder. Sie identifizieren sich mit der kleinen Heldin oder dem Helden und erhalten Impulse für den eigenen Weg.

Märchen helfen Kindern zum Beispiel auch, auf die nötige Distanz zu ihren Eltern zu gehen. Obwohl sie Mama und Papa lieben, hegen sie manchmal negative Gefühle. Denn die Eltern sagen ihnen, was sie dürfen und was nicht. Es tut zuweilen weh, immer wieder an Grenzen zu stoßen. Hier können Märchen wie ein Ventil wirken. Die Bösen, meistens große Leute, werden bestraft. Am Ende siegt immer das Gute. Und diese Rolle übernehmen oft die Kleinen und Schwachen. Auch bei Geschwisterkonflikten können Märchen helfen. Oft halten die Geschwister in den Geschichten zusammen wie Pech und Schwefel. Aber es kommt immer wieder mal zur Eifersucht – wie im richtigen Leben. Märchen wie „Brüderchen und Schwesterchen“ helfen sogar die Geschwisterbeziehung zu stärken. „Gemeinsam schaffen wir alles“, lautet hier die Botschaft.

Ganz wichtig: Märchen fördern das Selbstvertrauen. Die Fee, ein Zwerg oder Zauberer schenken dem Kleinsten und Schwächsten im Märchen Stärke und Mut. Kinder lernen so: Wenn ich auf meine Kraft baue, kann mir nichts passieren.

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