Geschichte zum 5. Dezember

altListerle der Weihnachtswichtel

„Jakob, geh doch bitte zu Familie Hummel. Wir haben keinen Honig mehr und brauchen auch noch ein Päckchen Bienenwachsplatten“, sagt die Mutter. Die leeren Honiggläser und den Geldbeutel habe ich schon in deinen Rucksack gesteckt.“

Leider muss Anni heute zu Hause bleiben, weil sie immer wieder hustet. Da die Honig-Familie nur fünf Häuser entfernt wohnt, ist Jakob bald wieder da und strahlt über beide Ohren. Zwei kleine Schokoladentäfelchen hat er in der Hand. Die liebe Frau Hummel hat nicht nur dem „Einkaufs-Kind“ etwas geschenkt, sondern gleich bemerkt, dass Anni heute nicht dabei war und Jakob für seine Schwester etwas mitgegeben. Genüsslich verspeisen die beiden ihre Gabe. Aus den Wachswaben wollen sie Kerzen machen. Jakob öffnet das mitgebrachte Päckchen. Ahhh, welch ein Duft strömt ihm da entgegen. Süß und gleichzeitig würzig riecht es nach Bienenwachs. Vorsichtig holt er nacheinander drei Platten heraus, eine für sich, eine für Anni und eine für die Mutter. Anni streicht mit ihren flachen Händen über die Wachsplattenstücke und ruft überrascht aus: „Es ist ganz rubbelig aber auch ein bisschen glatt.“ Viele, viele kleine gleich große Sechseckchen reihen sich zu einem feinen Wabenmuster aneinander. Die beiden schauen ihrer Mutter aufmerksam zu, wie sie den Docht schön gerade an eine schmale Seite der Bienenwachswabe legt und dann mit beiden Händen behutsam und gleichmäßig die Wabe auf den Tisch zu einer dicken Kerze rollt. Schon sind Anni und Jakob eifrig bei der Sache und im Nu sind noch zwei Kerzen fertig.

Erstaunt steht auf einmal Listerle bei ihnen am Tisch. Anni streckt ihm ihre Kerze entgegen: „Riech doch mal, Listerle.“ Ganz tief atmet Listerle ein und sagt innig: „Oh, sooooo wundervoll duftet das. „Ich habe sogar richtige Bienenwachs–Hände bekommen“, sagt Jakob und streckt Listerle seine Hände entgegen, „genau wie die Kerzen duften sie und kleben auch ein bisschen.“ Lächelnd befühlt Listerle Jakobs Hände und nimmt dann ehrfürchtig eine Bienenwachskerze in seine Hände und erzählt. „Ist es nicht wunderbar, dass hier drinnen all die vielen Sonnen–Blüten–Gaben vom letzten Sommer verwebt sind, die die fleißigen Bienchen gesammelt haben? Für die Menschen ist dies in der Winterzeit ein ganz besonders wertvoller, wärmender, licht bringender Schatz.“

Ganz sorgsam legt Listerle diese Schatz–Kerze zu den anderen in ein Körbchen auf der Kommode. Heute bleibt Listerle noch lange bei den Kindern. Immer wieder geht er zu der Kommode hin, nimmt eine der dicken Kerzen in die Hand und riecht daran mit geschlossenen Augen. Ob er wohl die vielen Sonnen–Blüten–Gaben dabei sieht?

Am Abend erzählt ihnen die Mutter wieder vom Nikolaus, der ein Helfer für alle armen Menschen, besonders aber für die Kinder geworden ist. Anni und Jakob haben sich zum Zuhören auf das Sofa gekuschelt und Listerle in ihre Mitte genommen. „Und wenn der Nikolaus morgen zu uns kommt“, sagt die Mutter, „zünden wir zur Feier des Tages unsere feinen Bienenwachskerzen an.“

alt*

* Aus dem Buch "Nikolaus und Knecht Ruprecht", erzählt von E. Waldow, illustriert von Marie-Laure Viriot (siehe Bücher für Kinder im Advent)

Besuchen Sie uns auch auf facebook

Unsere Partner

Ostheimer Schaeferlogo xsOstheimer Holzspielzeug

 

 

 

nicNEUnic Spiel + Art
Walter Kraul

 

 

 

AHS-Spielzeug
Lautenbach e.V.

Händler-Login



Newsletter

Name

Email

Allgemeine Nutzungsbedingungen

Unser Newsletter wird 1x monatlich verschickt und ist jederzeit leicht abbestellbar.

Stelzen.jpg