Werke des Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann

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Das Vermächtnis des engagierten Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann

Der renommierte Kinderpsychologe und Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann ist in der Nacht zum 20. Mai 2011 im Alter von 62 Jahren in einem Hospiz bei Hannover an Knochenkrebs gestorben.

Die Interviews, die er unserer Autorin Jette Lindholm gegeben hat, haben unser Online-Portal sehr bereichert. Dafür sind wir dankbar. Er wird uns als kluger Gesprächspartner fehlen.

In seinen Büchern hat er Eltern und Pädagogen stets vermittelt, wie Kinder fühlen und die Welt begreifen. „Wir müssen unsere Kinder anders behandeln, wenn wir ihr Gedeihen und die Zukunft einer humanen Gesellschaft sichern wollen“. So lautet das Resümee aus seiner jahrzehntelangen psychologischen Praxis.

 

Erziehen heißt lieben

BlickMamaundKindWolfgang Bergmann war einer der bekanntesten Kinder- und Jugendtherapeuten Deutschlands. In seinen vielen Vorträgen und Diskussionsrunden warb er sich für einen anderen Blick auf Kinderseelen. In seinen Büchern erklärte er, warum Liebe, Bindung und Geborgenheit die Grundpfeiler von gelungener Erziehung sind.

Empathie und Lernfreude, so sein Credo, könnten nur auf der sicheren Basis der Elternliebe gedeihen. In seinem Titel „Die Kunst der Elternliebe“ zeigt Bergmann auf, warum Kinder starke Eltern brauchen, die sie voller Liebe und Vertrauen auf die Entwicklung ihrer Kinder schauen, statt die Leistung ihrer Töchter und Söhne bereits im Kindergartenalter mit kritischem und ängstlichem Blcik im Focus zu haben und sie mit anderen Kindern zu vergleichen.

Engagement für Kinder

Entschieden und engagiert stand Wolfgang Bergmann immer auf der Seite der Kinder und versuchte, den zielorientierten Blick der Erwachsenenwelt umzulenken und die Bedürfnisse von Kindern zu erklären. In einleuchtenden Fallbeispielen weckt er Verständnis dafür, dass die kindliche Betrachtung der Welt einen eigenen Wert darstellt, mit dessen Verlust auch die Basis unserer Zivilgesellschaft bröckelt.

Immer dringlicher formulierte er die Essenz seiner Erkenntnisse. In „Was Eltern von Jesus beim Erziehen lernen können“ bringt er es auf den Punkt: Nicht durch Methoden und Erziehungskonzepte, sondern mit Liebe und einem freien Blick sollen wir Kindern begegnen und dadurch ihre Belange, die auch unsere sind, erkennen.

Vanessa und das Blatt Papier

In „Lasst eure Kinder in Ruhe“, das Wolfgang Bergmann kurz vor seinem Tod verfasste, wird in beeindruckender Weise deutlich, wie wichtig es ihm war, seine Botschaft noch einmal weiterzugeben. Am Beispiel der kleinen Vanessa und ihrer Spielkameradin, wie klug und selbstverständlich sich Kinder entwickeln, wenn wir sie nicht stören, und wie zerstörerisch der berechnende Blick sein kann, den unsere Gesellschaft auf die Kinder richtet: Vanessa wirft ein Blatt Papier in die Luft, fängt es wieder auf, knüllt es zusammen, fängt es wieder auf. Bergmann beschreibt anschaulich, wie das Mädchen diesen Vorgang unter den bewundernden Augen der zweijährigen Freundin konzentriert wiederholt und schließlich noch die Fluglinien des fallenden Blattes aufzeichnet. Mit der ihm eigenen Einfühlsamkeit zeichnet Bergmann die vielschichtigen inneren Prozesse auf, die während des scheinbar simplen Spiels in Vanessa und ihrer jüngeren Bewunderin ablaufen, bis die beiden von einer wohlmeinenden Erzieherin unterbrochen und in den frühkindlichen Förderkreis geführt werden.

Die Blindheit der Gesellschaft für die Bedürfnisse von Kindern und ihre Folgen Symptomatisch ist dies für die Blindheit unserer Gesellschaft, so Bergmann, hier wird nicht nur das natürliche Erleben von Vanessa durch ein künstliches ersetzt, sondern, weitaus schlimmer, der Prozess unterbrochen, der die beiden Mädchen in ihrem Spiel verbindet: Das feine zwischenmenschliche Weben nonverbaler Kommunikation und wechselseitiger Einfühlung, das man niemals absichtsvoll herstellen kann und das so wichtig ist für das soziale Miteinander.

Diesem Buch ist Bergmanns großer Unmut über die Bedingungen anzumerken, unter denen Kinder heute aufwachsen. In einer letzten Videobotschaft prangert er vom Krankenbett aus Politiker und Wissenschaftler an, deren Lügen dazu führten, dass Kindern die Möglichkeiten genommen würden, sich gesund zu entwickeln. Die kritische Stimme dieses streitbaren und klugen Pädagogen wird in seinen Büchern weiterleben.

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Interviews mit Wolfgang Bergmann

Die Stiftung

Kurz vor seinem Tod gründete Wolfgang Bergmann die Stiftungsinitiative "Für Kinder ".

Bücher

altWolfgang Bergmann: Die Kunst der Elternliebe

Die wichtigste Botschaft dieses Buches, das in keiner Familie mit kleinen Kindern fehlen sollte, lautet: Alle Mütter und Väter beherrschen die Kunst der Erziehung. Es gilt nur, sie wachzurufen. Denn sie ist das Ergebnis der natürlichen Liebe aller Eltern zu ihren Kindern. Der bekannte Kindertherapeut schreibt, wie wir im alltäglichen Leben mit unseren Kindern die ursprüngliche Elternliebe schützen und bewahren können: vor den Anfeindungen einer kinderfeindlichen Gesellschaft, vor der Hast und Unruhe des modernen Alltags, vor eigenen Erziehungsirrtümern. Der Autor weist dabei mit klarer, unmissverständlicher Sprache auf die vielen Missstände in Gesellschaft und Politik hin, die Eltern und Kindern das Leben schwer machen.

Müttern und Vätern wird bei der Lektüre dieses Buches klar, was Kinder wirklich brauchen, nämlich Liebe, Halt und Verlässlichkeit. Sie werden die Bedürfnisse ihrer Kinder besser verstehen und achtsamer damit umgehen.Und sie werden sich voller Selbstvertrauen ihrer eigenen Erziehungskompetenz bewusst und sich engagiert manchen modernen Trends entgegenstellen, die Familien nachweislich schaden.

Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 17,90 Euro

 

altWolfgang Bergmann: Das Drama des modernen Kindes

Schonungslos zeichnet der bekannte Kindertherapeut die Nöte moderner Kinder auf: Hyperaktivität, Essstörungen und Selbstverletzung. Fatal ist, dass alle drei sehr stark zunehmen. Anhand von Fallbeispielen stellt Wolfgang Bergmann dar, inwieweit diese Nöte bereits in den frühesten Entwicklungsschritten vorbereitet werden. Nach der Symbiose mit der Mutter folgt die schrittweise Entfaltung einer geordneten Wahrnehmung und mit ihr der ersten Symbolsysteme: die Sprache, das Malen, das Fantasieren. Diese Anfänge der kognitiven und emotionalen Entwicklung werden vielfach gestört, weiß der Kindertherapeut.

Er wirft einen Blick hinter die Kulissen heutiger Kindheit und gibt kulturpsychologische Erklärungsmuster, die helfen, Störungen zu erkennen und zu vermeiden. Und er warnt vor einer Schul- und Förderdebatte, die von einem bürokratischen Geist und von unendlich viel Mittelmäßigkeit geprägt ist. Wolfgang Bergmann fordert auf zur Verteidigung einer frohen Kindheit, in der Mädchen und Jungen sich unbeschwert und mit allen Sinnen auf das Abenteuer Leben einlassen können.

Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 12,90 Euro

 

altWolfgang Bergmann: Gute Autorität, Grundsätze einer zeitgemäßen Erziehung

„Liebe und Autorität sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille – der Liebe der Eltern für ihr Kind“, sagt der bekannte Kindertherapeut. Das Problem der meisten Kinder von heute sei ihre Weltverlorenheit, ihre Orientierungslosigkeit, die ihnen alles gleich erscheinen lässt, die sie mutlos, müde und traurig macht – und gleichzeitig maßlos in ihren Ansprüchen. Anhand vieler Beispiele zeigt Wolfgang Bergmann, wie sich mangelnde Erziehung auf kindliches Verhalten auswirkt, mit welchem Erziehungsverhalten Eltern dieser Orientierungslosigkeit entgegensteuern und was sie tun können, um wieder Einfluss auf das Verhalten ihrer Kinder zu gewinnen – ganz ohne unnötigen Druck und Einschüchterung.

Dabei entlarvt er fragwürdige Erziehungsrezepte wie „Stiller Stuhl“ oder „Super Nanny“ und setzt ein durchdachtes und zeitgemäßes Konzept dagegen. Eltern und Erziehende können mit dessen Hilfe ihr eigenes Erziehungsverhalten überdenken und praktikable Antworten auf drängende Fragen des Erziehungsalltags finden.

Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 12,90 Euro

 

altWolfgang Bergmann: Warum unsere Kinder ein Glück sind. So gelingt Erziehung heute.

Die Antwort auf „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ von M. Winterhoff

„Kindheit ist einzigartig. Schützen wir sie!“: Mit dieser knapp formulierten Forderung bringt der zurzeit renommierteste Erziehungsexperte Deutschlands Wolfgang Bergmann auf den Punkt, woran es in unserem Land mehr und mehr mangelt. Nämlich an Eltern, Erzieher(inne)n und Lehrer(inne)n, die den mittlerweile wie Pilze aus dem Boden schießenden schwarz malenden Disziplin- und Gehorsamspädagogen endlich den Wind aus den Segeln nehmen und mit erprobtem Wissen, Herz, Verstand und Erfahrungen gegenhalten.

Wolfgang Bergmann appelliert an Eltern und Pädagogen, Kinder in ihrer Lebensfreude und ihrem Einfallsreichtum zu unterstützen, anstatt ihnen nur Konsequenzen und Grenzen zu verordnen. Beschönigt wird in Bergmanns empfehlenswertem Erziehungsratgeber nichts. Kinder sind eine Herausforderung. Das wird niemand bezweifeln wollen, der je mit ihnen zu tun hatte. Sie fordern uns Eltern und Pädagogen deshalb zu liebevollen, einfallsreichen Reaktionen heraus. Für die allermeisten Alltagskonflikte gibt es Lösungen, die mit einer Versöhnung von Eltern und Kind enden, die nichts mit Strafen und Schimpfen zu tun haben – und die manchmal auch richtig Spaß machen. Erziehung, das zeigt Bergmann in seinem Buch, geht auch ganz anders – viel freudiger, viel vergnügter. Und Kinder sind keine Katastrophe, sondern ein gewaltiges Glück für Eltern und die Gesellschaft schlechthin. Wolfgang Bergmann ruft seine Leser auf, den kinderfeindlichen Trend, der mittlerweile viele Bereiche unseres Lebens erfasst hat, endlich umzukehren. Sein Buch ist eine Liebeserklärung an Kinder und Eltern, an Familie und eine Gesellschaft, in der Kleine und Große wachsen und sich - unbehelligt von schwarz malender Pädagogik und Wertediskussion - zu wertvollen Menschen entwickeln.

175 Seiten, 14,95 Euro, 2. Auflage 2009, Beltz Verlag, Weinheim und Basel

 

altWolfgang Bergmann: Disziplin ohne Angst. Wie wir den Respekt unserer Kinder gewinnen und ihr Vertrauen nicht verlieren

Wolfgang Bergmann mischt sich mit diesem wichtigen Buch in die aktuelle Diskussion um Disziplin und Gehorsam ein. Er hat in seinem Leben einen anderen Gehorsam gelernt und an die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen weitergegeben. Davon erzählt er in diesem Buch. Es geht um einen Gehorsam der Liebe, um eine Disziplin, die im Mitgefühl mit anderen Menschen ihre Basis hat. Er erklärt, wie liebevolles „Gehorchen“ – Aufmerksam-Sein, Hinhören – in der frühen Kindheit entsteht und unter guten Bedingungen ein Kind ein Leben lang nicht verlässt.

Er schildert eine Erziehung zum Gehorsam, die das kindliche und jugendliche Ich nicht einzwängt und duckt, sondern mutig und neugierig macht. Durch Strafe erzwungene Disziplin führt nicht zu sozialem Verhalten, sondern zur Unterwürfigkeit – das weiß die Entwicklungspsychologie seit mehr als einem halben Jahrhundert. Sie erzeugt die so genannten „Radfahrer“, die es in jedem Betrieb und in jeder Schulklasse gibt Sie buckeln nach oben und treten nach unten. Und sie hasten immer neuen „Autoritäten“ hinterher – vom Computerspielhelden bis zum „starken Politiker“. Oder sie suchen Schutz in Suchtmitteln vom Alkohol bis zu illegalen Drogen. Der heute in zweifelhaften Ratgebern propagierten Angst-Disziplin setzt Wolfgang Bergmann eine andere Disziplin dagegen - die des bewussten Mitgefühls. Nur aus ihr erwächst das kluge und kompetente Selbst eines Kindes. Sie muss gefühlt und mit allen Sinnen aufgenommen werden. Und ihr wichtigster Botenstoff ist die Liebe.

184 Seiten, 17,90 Euro, 2. Auflage 2009, Beltz Verlag, Weinheim und Basel

 

altWolfgang Bergmann: Kleine Jungs – große Not. Wie wir ihnen Halt geben.

Immer mehr Jungen sind unruhig, aggressiv und orientierungslos. Der erfahrene Therapeut Wolfgang Bergmann zeigt an vielen Beispielen aus seiner Praxis sehr anschaulich, welches Leid hinter einem solchen Verhalten stecken kann. Die Tatsache, dass viele Kinder in einer hauptsächlich weiblichen Umwelt aufwachsen, macht die Suche nach einer männlichen Identität für die kleinen Jungs sehr schwierig. Bergmanns Botschaft: Jungen brauchen eine andere Art von Förderung und Zuwendung als Mädchen.

Verlässliche Bindungen, Halt geben, Mitgefühl zeigen: Dieses Buch zeigt, wie Eltern und Erzieher Jungen – und auch Mädchen – zu einer stabilen Persönlichkeit verhelfen können. Wie in seinen anderen Büchern macht Wolfgang Bergmann sich auch in diesem für Kinder und Familien stark. Er warnt vor allen möglichen neuen Erziehungs-(Irr)lehren und zeigt Wege auf, die allein in der Liebe der Eltern zu ihren Kindern münden – der für Bergmann einzige Ausweg aus dem heutigen Erziehungsdilemma. Ein lesenswertes Buch – nicht nur für Eltern von Jungen!

Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 12,90 Euro

 

altWolfgang Bergmann: Geheimnisvoll wie der Himmel sind Kinder. Was Eltern von Jesus lernen können

„Jedes Kind hat sein Geheimnis. Und es ist die Aufgabe von Eltern und Pädagogen, dieses zu achten“, sagt der renommierte Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann. Sein neues Buch ist ein berührendes Plädoyer für Liebe und Bindung. Denn er durchsetzt es mit den Wahrheiten und Schönheiten aus der Botschaft Jesu – nicht aufgesetzt und mit erhobenem religiösem Zeigefinger, sondern mit einer Stimmigkeit und Wärme, die jeden Leser begeistern wird – ob gläubig oder nicht-gläubig. „Kinder sind ein Geheimnis“, sagt Wolfgang Bergmann. ext der ersten Spalte

„Sie gehören nicht irgendwelchen pädagogischen Ideen und moralischen Grundsätzen, nicht dem Ehrgeiz und nicht der Erziehungskunst ihrer Eltern. Sie gehören nur sich selbst und jenem Welträtsel, dem sie entsprungen sind. Wer Kinder liebt und sich ihnen zuwendet, wie es Jesus tat, der ist selbst dem Geheimnis des Lebens und der Liebe nahe. Dies können wir lernen – von Jesus ebenso wie von unseren Kindern.“

144 Seiten, 15,95 Euro, Kösel Verlag, München

 

altWolfgang Bergmanns letztes Buch: Lasst Eure Kinder in Ruhe!

"Frühe Förderung schadet mehr als sie nützt", so die Meinung von Wolfgang Bergmann, die er in seinem letzten Buch deutlich und spürbar aufgebracht, zum Ausdruck bringt. Was Kinder wirklich brauchen sind Liebe, Bindung und Zeit sowie Freiraum selber erforschen und erleben zu dürfen, ohne dass Eltern oder ErzieherInnen das Spiel vorgeben oder die Kinder vergleichen. Der Autor ermutigt, sich dem Förderwahn, der an allen Ecken und Enden hervorsprießt zu verweigern und zu einem liebevollen Blick auf die Kinder zurückzukehren, um deren Kindheit zu bewahren.

142 Seiten, 14,99 Euro, Kösel Verlag, München

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